zur Navigation springen

Alte Zuckerfabrik in Gefahr: Nachbarn beschweren sich

vom

svz.de von
erstellt am 24.Sep.2013 | 08:04 Uhr

Rostock | In der Neubrandenburger Straße tobt ein Kleinkrieg. Das Kulturzentrum Alte Zuckerfabrik sei zu laut und zu dreckig, so der einstimmige Tenor der benachbarten Anwohner und Kleingärtner. Um dagegen vorzugehen, haben sie etwa 50 Unterschriften gesammelt und diese beim Umweltamt eingereicht. Erreichen wollen sie damit, dass die Abend- und Nachtveranstaltungen in Zukunft ausbleiben.

Martin Hänler betreibt die Alte Zuckerfabrik. Er will dagegen setzen und hat in der vergangenen Woche eine Online-Petition gestartet. "Innerhalb von nur neun Stunden hatten wir bereits 1700 Unterschriften zusammen", sagt Hänler. So viele Internetnutzer hatten dafür gestimmt, die Zuckerfabrik als den Kulturstandort zu erhalten, der er seit 2009 ist. Gestern ist Hänler mit der Petition und inzwischen fast 4000 Stimmen zum Rathaus gegangen, um sie einzureichen - und das effektvoll. Denn auf dem Neuen Markt haben sich etwa 150 Befürworter seines Unterfangens eingefunden, die mit einem Flashmob - einer Spontandemo - Aufsehen erregen wollten. Auf Picknickdecken und mit Kuchen hatten sie es sich vor dem Rathaus gemütlich gemacht.

Die Ursache des Streits liegt ein paar Monate zurück. Am 13. Juli wurde vor der Alten Zuckerfabrik ein Open-Air-Konzert veranstaltet - anscheinend so laut, dass die Nachbarn nicht schlafen konnten. Zudem verirrten sich seit dem immer wieder Gäste des Veranstaltungsortes in die Gärten, urinierten auf die Erdbeerbeete und stahlen Fahrräder, so die Anschuldigungen eines Kleingärtners, der lieber anonym bleiben möchte.

Als die Unterschriften im Umweltamt eingingen, wurde eine Nutzungsuntersagung erlassen. Mit den rund 4000 Unterschriften von Hänler kann die zwar nicht rückgängig gemacht werden, doch zusätzlich hat der Veranstalter noch einen neuen Bauantrag eingereicht. Damit will er erwirken, dass er - wie bislang - nicht nur ein- bis zweimal im Monat Konzerte und Partys ausrichten darf, sondern öfter. "Sicher haben sich die Nachbarn zurecht beschwert. Es war zu laut, aber das soll so nicht wieder vorkommen", sagt Hänler. Er habe ein Schallschutzgutachten vorgelegt, das besagt, dass es keinerlei Beeinträchtigungen für die Anwohner gebe. In direkter Nachbarschaft befinden sich außer den Gärten wenige Eigenheime, eine Produktionsschule, eine Autowerkstatt und ein Sanitär- und Heizungsanlagenbetrieb. Neben Musikveranstaltungen ist die Alte Zuckerfabrik Treffpunkt für junge Menschen, die Kunstfestivals, Kinoabende und andere kulturelle Veranstaltungen organisieren und besuchen. Zudem stehen etwa 20 Bands Proberäume zur Verfügung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen