Kühlungsborn : Alte „Butt“ kehrt zurück

25 Jahre lang war das Seenotrettungsboot „Wuppertal“ auf der Ostsee im Einsatz, zuletzt auf der Station Maasholm. Jetzt kehrt die ehemalige „Butt“ nach Kühlungsborn zurück.
25 Jahre lang war das Seenotrettungsboot „Wuppertal“ auf der Ostsee im Einsatz, zuletzt auf der Station Maasholm. Jetzt kehrt die ehemalige „Butt“ nach Kühlungsborn zurück.

Außer Dienst gestelltes Seenotrettungsboot soll in Kühlungsborn über Arbeit der DGzRS aufklären.

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15. Februar 2018, 21:00 Uhr

Im Norden Deutschlands hat der Name Wuppertal eine ganz besondere Bedeutung: An der Ostseeküste vor Maasholm hat er Seeleuten und Wassersportlern gleichermaßen Rettung aus Seenot verheißen. Nach 25 Jahren Dienstjahren mit 370 Einsätzen und rund 830 Geretteten ist das Seenotrettungsboot „Wuppertal“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) im Februar außer Dienst gegangen. Künftig wird es als Ausstellungsstück an Land für die freiwillige, unabhängige und rein spendenfinanzierte Arbeit der Seenotretter werben – und zwar am Standort Kühlungsborn.

Am 13. April, beinahe auf den Tag genau 25 Jahre nach ihrer Indienststellung am 14. April 1993, soll die „Wuppertal“ auf ihrer ersten Station Kühlungsborn der Öffentlichkeit übergeben werden. Für 15 Uhr ist ein kleiner öffentlicher Festakt an der DGzRS-Station im Ortsteil West an der Ostseeallee vorgesehen. Dazu erwarten die Seenotretter auch Gäste aus Maasholm und Wuppertal.

Das Seenotrettungsboot wird „hoch und trocken“ vor dem historischen Rettungsschuppen aufgestellt. Dort wird es von der oft gefahrvollen Arbeit der Seenotretter künden. Mit einer Informationstafel wird es eingebettet in einen ortskundlichen Rundgang des Ostseebades.

In Kühlungsborn war die „Wuppertal“ zwischen ihrer Indienststellung 1993 und dem Jahr 2002 stationiert. Getauft wurde sie seinerzeit auf den Namen „Butt“, unter dem sie von 2002 bis 2010 auch von Zinnowitz aus im Einsatz war. In Maasholm war das Boot seit Ende 2010 stationiert. Dort erhielt es im September 2012 den Namen „Wuppertal“.

Mit der Heimkehr der „Wuppertal“ in ihren alten Heimathafen dankte die DGzRS einer Projektgruppe und vielen Förderern. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, die Arbeit der Freiwilligen-Station Maasholm über mehrere Jahre zu finanzieren. Historische Vorbilder für die Aktion waren die Ruderrettungsboote „Barmen“ und „Elberfeld“ der Seenotretter aus dem 19. Jahrhundert. Ihre Anschaffung ging seinerzeit ebenfalls auf Initiativen aus dem Bergischen Land zurück.

Die Freiwilligen-Station Maasholm erhält als Ersatz für die „Wuppertal“ das derzeit noch namenlose Seenotrettungsboot mit der internen Bezeichnung SRB 76. Es handelt sich um einen 8,9 Meter langen, 400 PS starken und bis zu 36 Knoten (etwa 66 Stundenkilometer) schnellen Prototyp.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält sie rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 54 Stationen zwischen Borkum und Usedom einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter.

Extra: Die „Wuppertal“

• Daten: 7 Meter lang und rund 24 Knoten (etwa 45 km/h) schnell

• Einsatzzahlen: 1993 bis 2002 Station Kühlungsborn mit 180 Einsätzen, 320 Geretteten;
2002 bis 2010 Station Zinnowitz mit 53 Einsätzen, 147 Geretteten; 2010 bis 2018 Station Maasholm mit 137 Einsätzen, 360 Geretteten; insgesamt 370 Einsätze und 827 Gerettet

Die DGzRS:
Jahr für Jahr fahren die Seenotretter mehr als 2000 Einsätze. Die Arbeit wird ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert. Seit der Gründung 1865 haben ihre Besatzungen mehr als 84 000 Menschen aus Seenot gerettet.

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