Am Vögenteich Rostock : Alte Brache wird City-Wohntraum

„City-Entwicklungsbereich Karlstraße“ heißt das Bauprojekt auf der Brachfläche neben dem Gebäude der RGS Am Vögenteich, Ecke August-Bebel-Straße, in dem 89 neue Wohnungen entstehen sollen. Grafik: OCEANARCHITECTS
„City-Entwicklungsbereich Karlstraße“ heißt das Bauprojekt auf der Brachfläche neben dem Gebäude der RGS Am Vögenteich, Ecke August-Bebel-Straße, in dem 89 neue Wohnungen entstehen sollen. Grafik: OCEANARCHITECTS

Am Vögenteich soll ab Sommer ein Komplex mit 89 Einheiten entstehen. Amt will Ausgleichszahlungen für fehlende Bäume und Spielflächen

svz.de von
22. Mai 2017, 05:00 Uhr

Nach dem Wohn- und Geschäftshaus 18 Karat, das als fast fertiger Kubus die August-Bebel-Straße säumt, soll auf der gegenüberliegenden Brachfläche jetzt das nächste große Wohnbauprojekt entstehen. Unter dem Titel „City-Entwicklungsbereich Karlstraße“ wird der Block gehandelt, der an der Ecke Vögenteich/August-Bebel-Straße mit 89 neuen Wohnungen in direkter Citylage auftrumpfen will. Das Ganze lässt sich der Rostocker Bauherr Edelbert Hensel, Geschäftsführer der Hanse Gruppe, mehr als 8,6 Millionen Euro kosten.

Geplant sind sechs Geschosse, das unterste ist für Geschäfte reserviert. „Die sollen auf dem Grundstück ein wenig nach hinten rücken, um den Charakter einer Arkade zu schaffen“, erklärt Projektleiter Christian Klein vom zuständigen Warener Büro Ocean Architects vor dem Bauausschuss der Bürgerschaft. 91 Stellplätze seien in Tiefgarage und oberirdisch geplant, 24 weitere laut Satzung abzulösen. „Wir haben für das Projekt mehrere Befreiungen beantragt“, sagt Planer Klein. So würden die Balkone die Baugrenzen leicht überschreiten, nicht genügend Kinderspielflächen umsetzbar und die geforderten Baumpflanzungen nicht zu erfüllen sein. „Wir befinden uns hier in einem sehr verdichteten Gebiet. Statt der notwendigen 480 Quadratmeter Spielfläche können wir nur 166 anbieten“, so Klein. „Und das sollen wir einfach so durchgehen lassen“, gibt Bauausschussmitglied Helge Bothur (Linke) zu bedenken. „Wir bauen aber gerne an anderer Stelle, wo er gebraucht wird, einen Spielplatz“, verspricht Architekt Klein.

Die Idee war bereits im Zuge der Bebauung des Glatten Aals aufgekeimt. So möchte Bausenator Holger Matthäus (Grüne) dafür sorgen, dass Bauherren generell eine Ablöse zahlen müssen, wenn sie nicht ausreichend Spielflächen schaffen. Das Geld soll in eine Art Fonds fließen, aus dessen Mitteln entsprechende Spielplätze geschaffen und unterhalten werden können, die dann in städtischer Hand liegen. Das gleiche Prinzip greift bereits in Sachen Stellplätze und soll künftig möglicherweise auch auf Baumpflanzungen angewendet werden, so Matthäus.

Der Bauausschuss der Bürgerschaft und der Ortsbeirat Stadtmitte haben dem City-Wohn-Projekt grünes Licht gegeben. Baustart soll nach der Freigabe durch das Amt sogar noch in diesem Sommer sein, heißt es aus dem zuständigen Architekturbüro.

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