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Hafenkran Rostock : Als Kunst ausgedient - von Zürich verschrottet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Stählerner Gast hat als Kunstobjekt ausgedient. Hiesige Hafenkolosse erwarten andere Schicksale: Heiraten an der Helling, Warten für „Möwe“.

Am Züricher Limmatquai stehen gerade mal noch die Füße des Rostocker Hafenkrans. Neun Monate thronte der 90-Tonnen-Koloss aus dem Überseehafen der Hansestadt auf einer Plattform vor dem Schweizer Rathaus-Café. Er war Teil der Kunstintervention Zürich-Transit-Maritim. Die Künstlergruppe um Jan Morgenthaler stellte auch fünf Hafenpoller auf. Der Züricher Ex-Stadtrat Martin Waser hatte den Hafenkran für die Kunst im öffentlichen Raum aus eigener Tasche bezahlt.

Der Kran polarisierte – wurde von Zürichern verschrien und geliebt. Nach neun Monaten Ausstellungszeit ist er jetzt auf seinem Weg, Schweizer Kunstgeschichte zu werden. Seit dieser Woche wird er abgebaut. In weniger als zwei Wochen soll er verschrottet werden.

Die Kräne in Rostock erwarten andere Schicksale. Das glamouröseste steht wohl dem Hellingkran bevor. Die Kanzel des 1976 gebauten Neptun PWK B40 soll zu einer Außenstelle des Standesamtes umgebaut werden. Paare sollen sich dort trauen lassen können. Doch dafür muss in der 40 Quadratmeter großen Kanzel noch einiges getan und auch ein Fahrstuhl eingebaut werden. „400 000 Euro wird das mindestens kosten“, sagt Hilger Patzner, Miteigentümer des Krans. In den 1990er Jahren hatte er das Gelände gekauft, bekam damit die Verpflichtung, den Kran zu sanieren. „Das Schlimmste ist geschafft“, sagt er. In mehreren Monaten wurde der Kran entkernt, neu gestrichen und auf seine Zukunft vorbereitet. Jetzt fehlen nur noch ein Stück Treppenanschluss und die Asphaltierung. Im März will Patzner den Kran dann für einen symbolischen Betrag dem Verein Tradition Ostseeschifffahrt übergeben, in dem er selbst Mitglied ist. „Ich werde das weiter mitbetreuen“, sagt er. Das Brandschutzgutachten wird im Februar erwartet, die Pläne für den Umbau liegen schon auf Patzners Tisch.

Weniger glücklich sieht es für „Möwe“ aus. Der Portalkran am Ausrüstungskai der ehemaligen Neptun-Werft in der Kurt-Dunkelmann-Straße steht nicht mehr sicher. Die Kaikante ist marode. Die Wiro, zu deren Gelände er gehört, wird ihn demnächst abbauen und auf einem benachbarten Grundstück einlagern. Die Sanierung der Kaikante allein wird dort 2,3 Millionen Euro kosten, eine Rekonstruktion des Denkmals, die für die Wiro bindend ist, rund 400 000 Euro.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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