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Rostock : Alle Störche infiziert – Zoo bleibt geschlossen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Teams untersuchen am Wochenende die fast 500 Vögel / Auch fünf Gänse wurden getötet

von
erstellt am 09.Jan.2015 | 21:00 Uhr

Keine Entwarnung für den Rostocker Zoo: Die Türen bleiben aufgrund weiterer Analysen bis einschließlich Montag geschlossen. Außerdem wurde bekannt, dass fünf Gänse, die im selben Stall untergebracht waren wie die zwölf Weißstörche, ebenfalls getötet werden mussten. Demnach sind zusammen mit den 25 Enten insgesamt 42 Tiere dem Virus zum Opfer gefallen. „Wir werden uns das gesamte Wochenende für die Auswertung der Ergebnisse Zeit nehmen und dann in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsministerium und dem Veterinäramt am Montag rational eine Entscheidung treffen. Aber ich blicke noch immer hoffnungsvoll in die Zukunft“, sagt Zoo-Direktor Udo Nagel. Vor allem für die Tierpfleger sei dies eine schwere Zeit, „schließlich lieben wir unsere Tiere ebenso wie jeder private Halter“.

„Dies ist auf jeden Fall für den Zoo selbst und die Besucher sehr bedauerlich. Doch wir müssen vorsichtig sein und alles dafür tun, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern“, so Dr. Till Backhaus (SPD), Landwirtschaftsminister von MV. Auf diese Weise solle ein potenzieller Verbreitungsweg über die Umwelt unterbunden werden.

Die Untersuchungen der fast 500 Vögel laufen auf Hochtouren – drei Epidemiologen-Teams sammeln dazu Proben im Zoo ein. Ein weiteres ist bei Hobbyhaltungen in einem Umkreis von einem Kilometer im Einsatz. Zu den Teams gehören Mitarbeiter des Tierparks, des Veterinäramtes, des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei, dem Friedrich-Loeffler-Institut sowie der Feuerwehr.

Sicher ist schon jetzt: Alle zwölf Weißstörche wiesen die Vogelgrippe-Viren auf. Die genaue Bestimmung, ob es sich dabei um den H5N8-Erreger handelt, steht noch aus. Gestern wurde bekannt, dass die Störche zwischen dem 18. und 28. Dezember Auslauf und Zugang zu freien Wasserflächen hatten. Auf diese Weise könnten sich die Tiere infiziert haben. „Weißstörche zeigten sich vor einigen Jahren bereits als recht empfänglich für das damalig in Europa auftretende Virus H5N1“, berichtet Elke Reinking, Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts.

„Von einer weiteren Tötung wird vorerst abgesehen, da im Zoo seltene Vogelarten leben, die unter besonderem internationalen Schutz stehen. Wir behalten uns jedoch weitere Schritte vor, falls wir weitere Nachweise erhalten“, erklärt Minister Backhaus. Für das gesamte Stadtgebiet der Hansestadt wurde außerdem Stallpflicht verhängt.

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