Flughafen Rostock- Laage : Airportchef will Förderung reduzieren

Carsten Herget, Geschäftsführer des Flughafens Rostock-Laage
Carsten Herget, Geschäftsführer des Flughafens Rostock-Laage

Der neue Geschäftsführer des Flughafens Rostock- Laage, Carsten Herget, will die bisherige jährliche Landesförderung nicht völlig ausschöpfen, jedoch in absehbarer Zeit ein positives Geschäftsergebnis erreichen.

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09. September 2012, 08:08 Uhr

Laage | Der neue Geschäftsführer des Flughafens Rostock- Laage, Carsten Herget, will die bisherige jährliche Landesförderung nicht völlig ausschöpfen. "Ich habe mir das Ziel gesetzt, in den kommenden Jahren die Förderung perspektivisch zu reduzieren", sagte Herget. Es sei aber illusorisch, mit dem Flughafen in absehbarer Zeit ein positives Geschäftsergebnis erreichen zu wollen - "zumindest nicht in den kommenden fünf Jahren. Das wäre ein sehr vermessenes Unterfangen."

Die Ankündigung verwundert: Erst vor wenigen Wochen hatten die kommunalen Gesellschafter des Flughafens zusätzliche Finanzhilfe des Landes eingeklagt. Schwerin müsse künftig jährlich für Verluste von 800 000 Euro aufkommen, sonst "funktioniert der Flughafen nicht und die GmbH hat keinen Finanzspielraum mehr", hatte Jochen Bruhn, Chef der Gesellschafterversammlung, gefordert. Zuvor hatte sich das Land entschlossen, den Verlustausgleich für den Millionenverluste schreibenden Airport bis 2015 auf jährlich 500 000 Euro aufzustocken. Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) hatte allerdings ausgeschlossen, dass der Flughafen über die halbe Million Euro jährlich hinaus weitere Förderung erhalten könnte. In den vergangenen Jahren waren die Verluste auf Rekordstand gestiegen - auf voraussichtlich 2,3 Millionen Euro in diesem Jahr.

Herget hat bereits zum 1. September seinen neuen Job in Laage angefangen, zunächst war der 1. November angekündigt. Der 42-Jährige ist Nachfolger von Maria Anna Muller, die Ende Juni nach fünfjähriger Tätigkeit ihren Posten aufgegeben hatte, um die Leitung des nordhessischen Flughafens Kassel-Calden zu übernehmen. Wie Muller verwies Herget darauf, dass es keinen deutschen Regionalflughafen gibt, der schwarze Zahlen schreibt. "Manche machen sogar Verluste in zweistelliger Millionenhöhe." Laage hatte 2011 mit 223 516 Passagieren ein leichtes Plus von 1,8 Prozent erreicht. Für 2012 wird ein Verlust von etwa 1,9 Millionen Euro erwartet, eine ähnliche Höhe wie 2011.

Entwicklungsmöglichkeiten lägen im Linienverkehr mit Großbritannien oder Österreich. Derzeit gibt es Linienflüge nach München, Köln, Stuttgart, Frankfurt und Zürich. Ausbaumöglichkeiten sieht der bisherige Manager der Fluggesellschaft Easyjet Deutschland bei den touristischen Zielen in Spanien, Italien, Türkei oder Griechenland.

"Wir liegen im Einzugsbereich von Hamburg, Berlin oder Lübeck. Das sind Potenzialmärkte, über die man zumindest nachdenken sollte", sagte Herget. Es gebe Fluggesellschaften, die diese Städte noch nicht bedienen. "Mit denen werden wir Gespräche aufnehmen." Auch sei eine Kooperation mit dem Kreuzfahrtunternehmen Aida Cruises möglich.

Kreuzfahrtgäste aus Süddeutschland könnten mit dem Flieger nach Laage fliegen und mit einem Shuttlebus direkt zum Schiff gebracht werden.

Darüberhinaus könnten im Nichtflugbereich wie Ausbildung, Verkauf oder auch Vermietung von Flughafenräumen weitere Umsätze erzielt werden. Zudem müsse die perfekte Anbindung des Flughafens an den Rostocker Hafen, an das Gleisnetz und an die Autobahn besser ausgenutzt werden, um Luftfracht zu akquirieren. In der Vergangenheit war die Frachtrate eingebrochen, da viele Bundeswehraufträge verloren gegangen waren.

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