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Neue Zuchtanlage in Sukow : Afrikanische Welse aus Mecklenburg

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Afrikanische Welse kommen zunehmend aus MV auf die Tische von Verbrauchern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In Sukow startete jetzt die fünfte Anlage für die Zucht der tropischen Speisefische im Nordosten.

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erstellt am 20.Aug.2012 | 07:14 Uhr

Sukow | Afrikanische Welse kommen zunehmend aus Mecklenburg-Vorpommern auf die Tische von Verbrauchern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In Sukow bei Schwerin startete jetzt die fünfte Anlage für die Zucht der tropischen Speisefische im Nordosten. Die Bioenergie- und Welsfarm Sukow GmbH hat nach Angaben ihres Geschäftsführers Kay Solterbeck 1,4 Millionen Euro in die Halle mit 59 Becken investiert. Jährlich sollen dort 375 Tonnen Afrikanischer Wels produziert werden.

Antibiotika, Reinigungs- oder Desinfektionsmittel würden nicht eingesetzt, versicherte Solterbeck. Biofilter sorgten für sauberes Wasser, das in einem Kreislaufsystem immer wieder verwendet werde.

"Die Fische haben stets optimale Umweltbedingungen", betonte Stefan Schwabbauer, Vertriebsleiter der Fischgut eG und Co. Vertriebs OHG.

Acht Produzenten von Afrikanischem Wels in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen haben sich genossenschaftlich zusammengeschlossen, wie er sagte. Gemeinsam nutzten sie drei auf Wels spezialisierte Verarbeitungsbetriebe in Lüchow und Walkendorf in Mecklenburg-Vorpommern sowie im thüringischen Schkölen.

Der Afrikanische Wels (Clarias gariepinus) ist Schwabbauer zufolge ein robuster und anspruchsloser Fisch mit hoher Fleischqualität, der allerdings eine Wassertemperatur von 28 Grad Celsius benötigt. In Sukow kommt die Wärme zum Beheizen der Becken von der firmeneigenen Biogasanlage, wie Geschäftsführer Solterbeck erklärte. Sukow ist die fünfte Zuchtanlage für Afrikanischen Wels in Mecklenburg-Vorpommern. Weitere arbeiten in Walkendorf und Lüchow bei Gnoien, Pröttlin bei Wittenburg sowie Abtshagen bei Rostock.

In Mecklenburg-Vorpommern widmen sich nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Schwerin inzwischen 22 Betriebe der Aquakultur, einschließlich der Welsfarm in Sukow. Bundesweit sind es rund 4800. Die Bandbreite im Land reicht von der Karpfenzucht in Teichwirtschaften bis zur Produktion von Stören, Saiblingen und Welsen. Das Land fördert die Aquakultur-Forschung, wie ein Ministeriumssprecher sagte. Nachdem in den 90er Jahren aus Umweltgründen entschieden wurde, die Fischzucht in Netzgehen nicht weiter zu verfolgen, sei die Kreislaufanlagentechnik als Alternative entwickelt worden.

Neues geht auch in der Aquakultur immer: So soll künftig die sogenannte Aquaponic-Technologie geprüft werden. Das ist die Verbindung von Fisch- und Pflanzenzucht, die in den Wasserkreislauf integriert ist. Das Wort setzt sich zusammen aus Aquakultur (Fischproduktion) und Hydroponic (Pflanzenproduktion in Nährlösungen ohne Boden).

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