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Affen, Elefanten und Pinguine : Affenkälte schreckt Zootiere nicht

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Sibirische Frostgrade lassen Mecklenburg-Vorpommerns Zootierwärter kalt: Bei eisigen Temperaturen haben sie heiße Pflegetipps für ihre Zöglinge auf der Pfanne.

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erstellt am 05.Feb.2012 | 07:52 Uhr

Schwerin/Rostock | Sibirische Frostgrade lassen Mecklenburg-Vorpommerns Zootierwärter kalt: Bei eisigen Temperaturen haben sie heiße Pflegetipps für ihre Zöglinge auf der Pfanne. Im Schweriner Zoo, der gerade die ersten Bewohner ins neu gebaute tropische Humboldthaus brachte, mögen selbst die aus warmen Regionen stammenden Tiere den Freigang bei trockener Kälte, wie Tierinspektor Mirko Daus sagte. Giraffen, Zebras und Nashörner tummelten sich über Mittag gern draußen, schließlich würden auch afrikanische Nächte empfindlich kühl, so Daus. "Zootiere sind meist schon in Europa geboren und entsprechend akklimatisiert."

Erhöhte Unfallgefahr allerdings drohe bei Neuschnee oder Glatteis. Dann dürften die langbeinigen Giraffen keinesfalls ins Freigehege und blieben im Stall. Auch Stelzvögel wie die Flamingos, die kurzfristig tiefe Temperaturen gut vertrügen, könnten sich auf Eisflächen schwer verletzen, meinte Daus. Affenliebe kühle bei klirrender Kälte rasch ab: Kapuzineraffen hielten eine strenge Hierarchie in der Horde ein und gestatteten es einigen Mitgliedern kaum, sich drinnen aufzuwärmen, wie Daus beobachtete. Tierpfleger brächten den so Ausgestoßenen beheizte Boxen auf die Außenanlage.

Bei vielen Zoobewohnern sei ohnehin Winterschlaf angesagt: Die Braunbären ruhten bis März im Bärenhaus. Am Grund ihres nun vereisten Teiches schliefen die Europäischen Sumpfschildkröten. Eidechsen harrten in Überwinterungsgruben aus und einige Frösche sowie Landschildkröten überdauerten die kalte Jahreszeit fest schlafend.

Im landesweit größten Zoo in Rostock dürfe Elefantenkuh Sara allenfalls stundenweise nach draußen, sagte Cheftierwärter Ingo Söllig. Vor jedem Freigang bekomme die Dickhäuter-Dame ihre empfindlichen Ohren sowie die Füße mit fetter Vaseline eingecremt, um der Gefahr von Erfrierungen vorzubeugen. Ein Wärter sorge stets dafür, dass Sara sich bewegt und nicht etwa in den Schnee legt. Die Humboldt-Pinguine, die in Südamerika beheimatet sind und aus Unkenntnis in zugefrorenen Gewässern ertrinken könnten, seien von den Rostocker Pflegern mit einem speziellen Eistraining seit Wochen an die kalte Witterung gewöhnt worden, so Söllig. Die Vögel bevorzugten aber momentan den Innenpool ihrer Anlage.

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