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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. Oktober 2017 | 06:16 Uhr

Rostock : Ärger wegen Problem-Kids

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Immer wieder Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen in den Wallanlagen und am KTC

von
erstellt am 12.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Hinter verschlossenen Türen hat der Jugendhilfeausschuss am Dienstag über die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen in den Wallanlagen und am Einkaufszentrum KTC diskutiert. Um Lösungen zu finden, setzt die Verwaltung unter anderem auf den Austausch mit Städten wie Bremen, Düsseldorf und Köln. „Die haben viel mehr Erfahrung in dieser Hinsicht“, sagt die Ausschussvorsitzende Cathleen Kiefert-Demuth (SPD). „Wir hatten in der Jugendhilfe bisher nur bedingt damit zu tun.“

Sie betont, dass es sich um eine bunte und heterogene Gruppe von 20 bis 30 Jugendlichen handele, die bei den Auseinandersetzungen auffällig geworden seien. Zum Teil befänden sich auch Geflüchtete unter ihnen. „Die kommen aus schwierigen Lagen – sie sind ja nicht ohne Grund geflüchtet“, so Kiefert-Demuth. Um das Problem zu lösen, gebe es kein Patentrezept. Stattdessen müssten die Partner von Stadt, Polizei und Wirtschaft verschiedene Ansätze wählen. Beispielsweise die Schulsozialarbeit, den Einsatz von Straßensozialarbeitern, Angebote in Begegnungszentren oder bestehende Projekte – etwa in Musik und Sport – besser vermarkten.

Der Sozialsenator und der kommissarische Leiter des Amtes für Jugend, Soziales und Asyl hätten bestätigt, bereits an entsprechenden Lösungen zu arbeiten, erklärt Kiefert-Demuth. „Auch die Jugendschützerin ist in den Wallanlagen unterwegs“, sagt sie. Allerdings müsse sichergestellt sein, dass wirklich die Ursachen der Auseinandersetzungen beseitigt und die Jugendlichen nicht einfach in einen anderen Teil der Stadt verdrängt würden. Die Polizei ist bereits seit Januar mit dem Problem beschäftigt. Nach ersten jugendtypischen Reibereien zu Jahresbeginn und im April hatte sich die Lage beruhigt, erklärt Sprecherin Dörte Lembke. Am Sonntag der Bundestagswahl und am vergangenen Freitag gab es dann erneut Auseinandersetzungen, bei denen unter anderem Ketten, Baseballschläger und Pfefferspray eingesetzt wurden. „Wir haben unsere Präsenz weiter verstärkt, sodass die Kollegen am Freitag zwei Tatverdächtige noch vor Ort stellen konnten“, sagt Lembke.

Darüber hinaus gibt es eine spezielle Ermittlungsgruppe im Kriminalkommissariat. Deren Aufgabe ist es, Zeugen und Verdächtige zu befragen und die Fälle beweissicher an die Staatsanwaltschaft zu übergeben.

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