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Norddeutsche Neueste Nachrichten

12. Dezember 2017 | 20:59 Uhr

Ärger um fliegenden Müll aus der Recycling-Anlage

vom

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2011 | 08:33 Uhr

Dierkow | Klaus Münch hat es satt: "Das sieht aus wie auf einer Müllkippe hier", sagt er. Immer bei Westwind wehen von der benachbarten Veolia-Recyclinganlage im Dierkower Damm Plastikreste auf das Firmengelände der Hydraulik- und Industrietechnik GmbH. Sie stammen von turmhoch gestapelten Ballen aus gepressten Plastikflaschen, die hinter einer Veolia-Halle lagern. "Das geht seit Jahren so", sagt Münch.

Schnipsel sind überall

Die Plastikschnipsel sind so klein und leicht, dass sie selbst mehrere Hallen problemlos überfliegen. Sie sind überall - in Büschen, auf Rasen- und Betonflächen. "Wenn richtig starker Wind ist, ist hier Halbfinale, das kann man nicht mehr dulden", sagt Münch. Er und seine Mitarbeiter hätten bereits mehrfach das Gespräch mit den Angestellten der Veolia Umweltservice Nord GmbH gesucht, passiert sei außer Entschuldigungen aber nur wenig. "Das ist wie in Gummi zu stoßen", sagt Münch. Immerhin würden die Mitarbeiter nun nach Stürmen den verteilten Müll wieder einsammeln - per Hand. Zahlreiche Schnipsel aber sind so winzig, dass sie auf diese Weise gar nicht entfernt werden können. "Das sieht aus wie gesät", so Münch.

Neben dem eigenen Betriebsgelände fürchtet der 60-Jährige vor allem um die Reinheit der Warnow. Rostocks Trinkwasserreservoir könnte ebenfalls unter den Plastik-Verwehungen leiden, so seine Vermutung. "Das gebietet die Logik", sagt er. Generell wundere er sich, warum das Umweltamt nicht längst eingeschritten sei. Einer seiner Kollegen habe vorher in der Recyclingwirtschaft gearbeitet: "Die hatten ständig das Amt auf dem Hof." Und da wäre so ein Zustand nicht geduldet worden, so sein Kollege.

Bei Veolia ist das Problem schon lange bekannt. "In der Vergangenheit haben wir mehrere Maßnahmen zur Verhinderung der Verwehungen ergriffen", sagt Sprecher Tobias Weitzel. Unter anderem seien an den Einfahrten Schleusen eingerichtet sowie Betonbegrenzungen und Absperrnetze angebracht worden. Denn das Problem beziehe sich ausschließlich auf den Transport der gepressten PET-Flaschen vom Außenlager in die Sortierhalle. "Hierbei kann es bei extremen Windverhältnissen zu Verwehungen kommen", räumt Weitzel ein. Davon betroffen sei aber ausschließlich das Nachbargrundstück Richtung Dierkower Damm, nicht die Warnow.

Transportwege sollen geändert werden

"Um dieses Problem zukünftig ganz auszuschließen, erfolgt derzeit ein Umbau der Sortieranlage", sagt Weitzel. So sollen die Transportwege verändert werden, sodass Verwehungen nicht mehr entstehen können.

Die restentleerten und gebrauchten PET-Flaschen werden in der Anlage wieder aufbereitet. Sie werden eingeschmolzen und neu gegossen. "Das ist an sich eine lobenswerte Sache, aber nicht, indem ich den Müll bei anderen ablade", sagt Nachbar Münch.

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