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22. November 2017 | 10:31 Uhr

Ärger-Tunnel bleibt bis 2016

vom

svz.de von
erstellt am 30.Aug.2012 | 08:41 Uhr

Warnemünde | Der ursprünglich für Ende des Jahres geplante Startschuss für die Sanierung des Warnemünder Bahnhofs verschiebt sich. Theoretisch könnten die Arbeiten frühestens im Winterhalbjahr 2013/14 beginnen, so die Deutsche Bahn. Ein späterer Termin sei aber wahrscheinlich. "Die Erneuerungen an Anlagen zwischen dem Rostocker Hauptbahnhof und Warnemünde können aus Verträglichkeitsgründen nur schrittweise vollzogen werden", sagt ein Unternehmenssprecher. Das sei eine Frage der Kapazität, Finanzierung und Auswirkung auf die Kunden. Der Warnemünder Bahnhof stehe erst ganz am Ende der Kette. "Es wird gegenwärtig angestrebt, alles bis zirka 2016 abzuschließen", so der Sprecher.

Für Kreuzfahrttouristen, andere Urlauber und Warnemünder heißt das, sie müssen sich auch weiterhin durch den alten Bahnhofstunnel quälen. Ob Rollator- und Rollstuhlfahrer, Reisende mit schweren Koffern oder Eltern mit Kinderwagen - für sie alle führt der kürzeste Weg über die Stufen. "Wir weisen seit Jahren auf diesen Missstand hin", sagt Christian Hardt von der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock (Hero). Sein Unternehmen ist dafür zuständig, optimale Bedingungen für die Kreuzfahrtschiffe und deren Passagiere zu schaffen.

Gerade ältere Besucher werden benachteiligt

"Jeder Monat, der verstreicht und in dem der Tunnel in diesem Zustand bleibt, hinterlässt einen schlechten Eindruck bei den Urlaubern", sagt Hardt. Das hätten auch die regelmäßigen Befragungen der Passagiere ergeben, in denen der Durchgang immer wieder als großer Kritikpunkt auftauche. Gerade für die häufig älteren Besucher sei es sehr beschwerlich, von der Kaikante in den Ortskern zu gelangen. "Das ist keine gute Visitenkarte für das Seebad", sagt Hardt. Doch der Hero sind die Hände gebunden: "Das Grundstück gehört uns nicht." Zuständig ist die Bahn. Sie hat ihre Planungen für den Umbau bereits 2010 abgeschlossen. Demnach soll der viel kritisierte Fußgängertunnel ganz geschlossen werden. Der Bahnsteigzugang soll ebenerdig auf Höhe des Nordendes vom Empfangsgebäude erfolgen. Akuten Handlungsbedarf sieht das Unternehmen aber nicht: "Seit Dezember 2011 hat die Stadt Rostock einen behindertengerechten Zugang zwischen dem Parkplatz und dem Scandlines-Hochhaus errichtet", so der Sprecher. Damit sei das Problem der Zuwegung zwischen Neuem und Altem Strom bis zum Umbau gelöst.

Innerhalb der Sanierung ist früheren Angaben zufolge zudem vorgesehen, die Gleise und Bahnsteige 4 und 6 für bis zu 320 Meter lange Reisezüge fit zu machen. Sie bringen beispielsweise die Kreuzfahrttouristen nach Berlin und machen damit einen Teil der Attraktivität Warnemündes als Zielhafen der Ozeanriesen aus. Für den Ausbau müsste der Bahnhof vorübergehend voll gesperrt werden. Endstation wäre in dieser Zeit das neue Nordkreuz. Bis dahin wird es aber noch dauern.

Denn nach Fertigstellung des Großprojektes Nordkreuz werden nun alle zur Verfügung stehenden Kapazitäten für den Ausbau der fast 200 Kilometer langen Strecke in die Hauptstadt benötigt. Diese wird dafür ab dem 10. September gesperrt, die Züge der Regionalverkehrslinie RE 5 fallen aus und werden durch Buslinien ersetzt. Ab Ende April kommenden Jahres soll die Fahrzeit dann weniger als zwei Stunden betragen.

Sonderregelung zur Hanse Sail

Der Streckenausbau ist einer der Gründe für die Verschiebung der Bahnhofssanierung. Anschließend verhindert unter anderem die wichtige Tourismus-Sommersaison den Start.

Vom ausbleibenden Umbau war auch die Hanse Sail betroffen. Während des maritimen Großereignisses bildete der Tunnel als Nadelöhr erneut ein Sicherheitsrisiko. Daher wurde er zu Spitzenzeiten wie schon in den vergangenen Jahren zur Einbahnstraße umfunktioniert.

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