Warnemünde : Ärger mit dreisten Möwen

Möwen müssen schreien, um sich zu verständigen.
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Fütterungsverbot besteht schon seit 2009 / Wöchentliche Kontrollen – aber kaum Verstöße gemeldet

svz.de von
25. Juli 2015, 08:30 Uhr

Noch immer sitzt unserer Leserin Hannelore Schulze der Schreck in allen Gliedern. Sie wollte sich den Bummel am Alten Strom entlang mit einem Eis versüßen. Plötzlich aber war die Tüte bis auf einen Rest aus ihrer Hand verschwunden. Eine Möwe hatte sich von hinten angeschlichen und sich die Waffel im Sturzflug samt Inhalt geschnappt.

Einige andere Spaziergänger fanden den Möwen-Einsatz lustig, andere, die möglicherweise schon ähnliche Erfahrungen gemacht haben, eher nicht. Weit verbreitet ist die Meinung, dass die Möwen immer frecher und zutraulicher werden, weil sie trotz Verbots doch noch oft gefüttert werden.

Jörg Overschmidt, Büroleiter von Ordnungssenator Chris Müler (SPD), berichtet: Die Einhaltung des Fütterungsverbots wird von der Stadt tatsächlich kontrolliert. Zuständig dafür ist der Sachbearbeiter für Jagd des Stadtamtes, der etwa wöchentlich in dieser Sache unterwegs ist. Unterstützung bekommt er dabei vom Kommunalen Ordnungsdienst und von den Politessen, obwohl diese Kontrollen eigentlich aufgrund der begrenzten Personalressourcen nicht zu deren Aufgabenspektrum gehören. Overschmidt: „Wenn eine Kontrollkraft Passanten beim Füttern von Wildtieren am Alten
Strom beobachtet, weist sie höflich, aber bestimmt Form auf ihr Fehlverhalten hin.“

Damit auch Touristen vom Fütterungsverbot erfahren, wurden zusätzlich zu den beiden Schildern an der Bahnhofsbrücke entsprechende Hinweise an den Strandzugängen angebracht. Zudem kläre die Stadtverwaltung Besucher mithilfe eines Informationsfaltblattes, das in einer Auflage von bisher 6000 Stück gedruckt worden ist, über das Möwenfütterungsverbot auf. Die Verteilung erfolgt über die vier Tourist-Informationen und weitere Partner in Warnemünde.

Egal ob Einheimische oder Urlauber – wer gegen die seit Juli 2009 gültige Stadtverordnung zum Möwenfütterungsverbot verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Und diese kann mit bis zu 5000 Euro geahndet werden. Allerdings, so schränkt Overschmidt ein, müsse jeder Sachverhalt als Einzelfall betrachtet und bewertet werden. Offensichtlich halten sich die allermeisten Menschen an das Verbot. Denn der Bußgeldstelle wurde 2011 gerade mal ein Verstoß gemeldet. Im Jahr 2013 waren es zwei Ordnungswidrigkeiten, während in den Jahren 2012, 2014 und 2015 keine Meldungen eingegangen sind.


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