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Ältestes Volksfest Mecklenburg-Vorpommerns startet

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Stadtmitte | Der viertägige Rostocker Pfingstmarkt, das älteste Volksfest in Mecklenburg-Vorpommern, startet heute um 12 Uhr. Rund 70 Schausteller und Markthändler aus vier Bundesländern haben im Stadthafen auf rund 7000 Quadratmetern Spielfläche ihr Vergnügungs- und Schlemmerdorf aufgezogen. Schon ab 17 Uhr geht es auf der Bühne dann rockig zu: "Anne Bonny & Rockpiraten" spielen bis etwa 22 Uhr. Insgesamt werden sechs Konzerte von fünf Gruppen aus den Sparten Countrymusik, Oldies, Rock- und Popmusik sowie Partysongs gegeben.

Daneben können sich die Besucher unter anderem auf dem Riesenrad, dem Autoskooter oder den Kinderkarussells vergnügen. Auch Klassiker wie Entenangeln, Ballwerfen oder Lose ziehen sind im Angebot. Und die zahlriechen Fahrgeschäfte bieten für jedes Temperament das Richtige. Die Bummelstrecke auf dem Festplatz ist aber traditionell auch eine Schlemmermeile. Geboten werden neben ausländischen Spezialitäten auch Rostocker Rauchwurst und Hausmannskost aus Mecklenburg. Aus Warnemünde kommt frischer Räucherfisch. Die Angebote der Schmalzkuchenbäckerei runden mit Riesenbrezeln, Flammkuchen oder Käsestangen das kulinarische Angebot ebenso ab, wie Mixdrinks mit oder ohne Alkohol.

Die Auslagen der Markthändler bieten maritime und ländliche Volkskunst aus Deutschland, kleine Spielzeugofferten für Kinder oder Gebrauchsgegenstände. An allen Tagen pendeln die Fahrgastschiffe der Blauen Flotte auf der "Strandlinie" nach Warnemünde. Sie machen in der Nachbarschaft des Festplatzes fest. Der Markt kann auf eine 621 Jahre alte Geschichte zurückblicken. "Schon unsere Urgroßeltern und Großeltern haben den Rostocker Pfingstmarkt immer als besondere Veranstaltung angesehen", sagt Marlies Urbigkeit, Vorsitzende des Schaustellerverbandes Mecklenburg-Vorpommerns. Die Rostockerin fügt hinzu: "Dieses Volksfest gehört zum kulturellen Erbe unserer Stadt und damit ist auch für viele unserer Verbandsmitglieder schon bei der Jahresplanung klar: Der Rostocker Pfingstmarkt gehört in das Tourprogramm der Saison." Für Jörg Vogt, Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft Großmarkt Rostock GmbH, lag Rostocks bedeutende Position im Wirtschaftsverbund der Hanse auch im Pfingstmarkt begründet. Schon im Jahr 1390 entsandte der Rat der Stadt Sendschreiben in andere Länder und Städte, deren Kaufleute und Waren für einen großen Handelsmarkt in Rostock interessant erschienen.

Bis in das 17. Jahrhundert blieb der Rostocker Pfingstmarkt eine der großen Handelsmessen Nordeuropas, die von Kaufleuten aus Frankreich, Flandern, Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Polen oder aus Nowgorod in Russland ebenso rege besucht wurde, wie aus Bremen, Lüneburg, Hamburg oder Lübeck. "Die starke Ausstrahlung des Rostocker Handelsplatzes an der Warnow zog auch das ,fahrende Volk an", sagt Vogt. Seiltänzer, Tierbändiger, Rummelboxer, Kettensprenger, Zauberer, Leierkastenmänner oder Moritatensänger - sie alle seien zu Pfingsten in die Hansestadt gekommen. Mit dem Niedergang der Hanse, dem 30-jährigen Krieg und nach dem Stadtbrand von 1677 verlor der Markt aber vorübergehend erheblich an Bedeutung.

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erstellt am 09.Jun.2011 | 06:51 Uhr

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