Rostock : Adventskalender wird lebendig

An welchem Tag sie selbst Gastgeber ist, verrät Almut Kaplan im Vorfeld des Lebendigen Adventskalenders nicht. Zur Probe hat die 40-Jährige mit ihren Kindern Maren und Till schon mal eine 3 gebastelt.
An welchem Tag sie selbst Gastgeber ist, verrät Almut Kaplan im Vorfeld des Lebendigen Adventskalenders nicht. Zur Probe hat die 40-Jährige mit ihren Kindern Maren und Till schon mal eine 3 gebastelt.

Bewohner der Östlichen Altstadt gestalten für Nachbarn und Interessenten täglich ein kleines vorweihnachtliches Programm

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30. November 2017, 12:00 Uhr

Probeweise hält der kleine Till schon einmal die ausgeschnittene Zahl 3 ans Fenster. Der Vierjährige und seine Schwester Maren (11) freuen sich schon auf eine Aktion, die ihre Mama Almut Kaplan mit ins Leben gerufen hat. Von morgen bis zum 23. Dezember soll sich in der Altstadt ein lebendiger Adventskalender öffnen.

„Meine Freundin Angela Goudefroy kannte das aus anderen Städten und wir beide dachten, dass das doch auch für die Rostocker Altstadt eine gute Idee wäre“, erklärt die 40-Jährige. Sie hatte schon bei der Kunstnacht mitgemacht und Interessenten ihr Haus geöffnet, um eigene Illustrationen zu zeigen. Für die fünffache Mama sei es kein Problem, beim Lebendigen Adventskalender Fremde bei sich zu begrüßen. Weitere Gastgeber zu finden, sei dann aber nicht so leicht gewesen wie gedacht. Um die Adventstage zu füllen, sind die beiden Frauen durchs Viertel gegangen und haben Nachbarn angesprochen. Unterstützung gab es auch vom Altstadtverein.

Inwieweit sich die jeweiligen Gastgeber öffnen, ob sie die Besucher draußen oder drin empfangen, sei jedem selbst überlassen. „Verbindendes Element ist das beleuchtete Fenster mit der entsprechenden Zahl, das idealerweise erst an diesem Tag enthüllt und dann den ganzen restlichen Advent über zu sehen sein wird“, erklärt Almut Kaplan. So würde das Viertel jeden Tag ein bisschen mehr zu einem Adventskalender, an dem sich alle erfreuen könnten.

Jeden Tag um 17 Uhr treffen sich interessierte Rostocker und Bewohner der Altstadt auf dem Alten Markt. Von dort aus geht es zu den Privathäusern oder öffentlichen Gebäuden, wo dann ein etwa zehnminütiges vorweihnachtliches Programm geboten wird. Ob Bastelei, Gesang, eine Geschichte oder Puppentheater – das Angebot sei ganz verschieden. „Da es nicht lange dauert, sind die Familien zum Abendbrot wieder zu Hause und wir können auch diejenigen erreichen, die nach einem stressigen Tag keine Lust mehr auf ein langes Programm oder weite Wege haben“, so die freie Illustratorin, die auch das Plakat zur Aktion gestaltete.

Für die Initiatorinnen hat sich der Sinn des Lebendigen Adventskalenders bereits bei der Suche nach Mitstreitern erfüllt. „Man kommt mit den Menschen aus dem Viertel ins Gespräch und entdeckt Häuser, an denen man sonst einfach vorbeiläuft“, sagt Almut Kaplan. Sie hofft deshalb, dass aus der Premiere eine schöne Vorweihnachtstradition für die Altstadt wird.

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