Flugunfall in Purkshof : Absturz: War es doch ein Pilotenfehler?

<strong>Aus 30 Metern Höhe</strong> stürzte das Ultraleichtflugzeug am Sonntag in Purkshof ab.<foto>feuerwehr rövershagen</foto>
Aus 30 Metern Höhe stürzte das Ultraleichtflugzeug am Sonntag in Purkshof ab.feuerwehr rövershagen

Der Flugunfall in Purkshof, bei dem am Sonntag ein 40 Jahre alter Pilot schwer verletzt wurde, ist nicht auf einen technischen Defekt zurückzuführen. Jetzt soll der verletzte Mann vernommen werden.

svz.de von
16. Juli 2012, 08:36 Uhr

Rostock/Purkshof | Der Flugunfall in Purkshof, bei dem am Sonntag ein 40 Jahre alter Pilot schwer verletzt wurde, ist nicht auf einen technischen Defekt zurückzuführen. Das hat der Sachverständige der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) festgestellt, sagte gestern ein Polizeisprecher. Inwieweit das Unglück auf einem Pilotenfehler beruhen könnte, wollte der Polizeisprecher nicht kommentieren.

Das Segelflugzeug war gegen 14.30 Uhr vom Flugplatz in Purkshof bei Rostock hochgeschleppt worden. Der Pilot aus Bad Doberan hatte angegeben, beim Aufsteigen plötzlich einen technischen Defekt an seinem Höhensteuergerät bemerkt zu haben. Um die Absturzhöhe zu verringern, hatte der Mann das Segelflugzeug in etwa 30 Metern Höhe aus dem Schleppseil ausgeklinkt. Der Segler stürzte sofort danach zu Boden. Beim Aufprall wurde der Pilot schwer verletzt und mit dem Rettungshubschrauber ins Universitätsklinikum Rostock gebracht.

Die Sachverständigen der BFU ermitteln unabhängig von Polizei, Staatsanwaltschaft und Versicherungen. "Es geht uns nicht darum, herauszufinden, wer Schuld hat oder wer den Schaden vielleicht bezahlen muss", sagt Jens Friedemann von der BFU in Braunschweig. Die Aufklärung der Unglücksursache diene vielmehr dem Zweck, das Fliegen grundsätzlich sicherer zu machen. Die Untersuchungen nach Unfällen sind laut Friedemann in drei Bereiche gegliedert: Den technischen Bereich, bei dem das Flugzeugwrack angeschaut wird und zum Beispiel geprüft wird, ob die Steuerung funktioniert hat. Dann der Faktor der menschlichen Handlungen, bei dem es um mögliche Pilotenfehler geht. Dafür sei ein Gespräch mit dem Piloten zwingend vorgesehen. "Das hat aber im Fall von Purkshof noch nicht stattgefunden", sagte Friedemann. Auch Zeugen würden gehört, zum Beispiel der Motorflugzeug-Pilot, der den Segelflieger in die Höhe geschleppt hat. Dritter Untersuchungspunkt seien die Umweltfaktoren, wofür zum Beispiel dem Unfallort nahe liegende Wetter-Messstationen ausgewertet würden.

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