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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. November 2017 | 21:38 Uhr

Abstieg in die 3. Liga: Hansa-Kogge geht unter

vom

svz.de von
erstellt am 30.Apr.2012 | 09:44 Uhr

Rostock/Berlin | Wut, Enttäuschung, Ratlosigkeit und Tränen – die Anhänger des FC Hansa Rostock sind am Boden zerstört. Sie trauern, denn nach der gestrigen 4:5-Niederlage beim 1. FC Union Berlin sind die Rostocker in die 3. Liga abgestiegen.


Frustriert sind alle Fans, weil sich den Hanseaten zum Ende einer schwachen und verkorksten Saison plötzlich die große Chance auf den Klassenerhalt bot. Selbst ein Unentschieden hätte gereicht, um am kommenden Sonntag gegen Greuther Fürth vor heimischer Kulisse ein Endspiel um den Verbleib in der 2. Fußball-Bundesliga zu sichern.


Doch nach einer hochdramatischen Achterbahnfahrt der Gefühle stand gestern um 15.18 Uhr fest: Hansa muss zum zweiten Mal nach 2010 den bitteren Gang in die 3. Liga antreten. Vier Auswärtstreffer reichten nicht, um zumindest einen überlebenswichtigen Punkt zu holen. „Die Mannschaft hat noch einmal alles gegeben, um die Minimalchance zu erhalten, es vielleicht am letzten Spieltag noch zu schaffen. Letztlich ist der Klassenerhalt nicht heute verspielt worden, sondern gegen die direkte Konkurrenz. Natürlich hat auch ein Stück weit die Qualität gefehlt, aber wir hatten genug Chancen, die 2. Liga zu halten“, sagte Hansa-Vorstandschef Bernd Hofmann wenige Minuten nach dem Abpfiff. Seiner Ansicht nach liegt die Existenz des FC Hansa nun in den Händen der Rostocker Bürgerschaft. Er gehe fest davon aus, dass der Verein die Unterstützung erhält.


Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) steht offenbar zur Hilfe für den traditionsreichen Rostocker Fußballclub: „Ich hoffe, dass Hansa schnell wieder aufsteigt. Die politischen Kräfte sollte das mit ihrer Entscheidungen möglich machen.“ Verweigert die Rostocker Bürgerschaft am 9. Mai einem Hilfspaket ihre Zustimmung, müsste der letzte Nordost-Meister und -Pokalsieger Insolvenz anmelden. Dann könnte der Zwangsabstieg in die Regionalliga oder sogar in die Oberliga folgen. Den Club drücken derzeit Schulden in Höhe von 8,5 Millionen Euro, etwa 4,5 Millionen davon resultieren aus Steuerschulden zwischen 1999 bis 2001. Nur ein Teilerlass dieser Steuerschulden, der Ankauf eines in Hansa-Besitz befindlichen Sportgeländes und ein öffentlicher Zuschuss in Höhe von 750 000 Euro könnten Hansa retten. Die Hansa-Fans planen deshalb unter dem Motto „Ja zum FCH“ eine Demonstration vor dem Saisonabschluss gegen Aufsteiger Greuther Fürth. Sie rechnen mit 10 000 Teilnehmern.


Auch das Land Mecklenburg-Vorpommern soll nach dem Willen der Anhänger dem FCH helfen. Ministerpräsident Erwin Sellering sagte zum feststehenden Aus in der 2. Liga: „Die Mannschaft hat am Ende der Saison hart gegen den Abstieg gekämpft. Schade, dass es für den FC Hansa nicht mehr zum Klassenerhalt gereicht hat."

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