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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 17:55 Uhr

Trauerfeier : Abschied von Frank Schröder

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Freunde und Weggefährten würdigen sein Wirken im Max-Samuel-Haus.

von
erstellt am 30.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Es ist sein großes Vermächtnis an die Hansestadt Rostock – das Max-Samuel-Haus. Im Garten der Villa im Bahnhofsviertel kamen gestern Familie, Freunde und Weggefährten zusammen, um des Mitte Juli verstorbenen Frank Schröder zu gedenken. Und passender hätte der Ort für die Trauerfeier nicht gewählt werden können. Denn Frank Schröder war es, der die Gründung der Stiftung der Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur Anfang der 90er-Jahre anstieß, sie mit aufbaute, das Haus mit Leben füllte, es zu der Institution machte, die es heute ist. Und so waren zahlreiche Vertreter der Rostocker Kulturlandschaft gekommen, um an den Mann zu erinnern, der mit Leidenschaft und Gestaltungswillen sein Ziel verfolgte, jüdischer Geschichte und Kultur in Rostock ein Zentrum zu geben.

Prof. Dieter Neßelmann, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Max-Samuel-Haus, erinnerte sich, wie ihn 1990 ein offener Brief erreichte. „Wann sühnt Rostock altes Unrecht?“ war dieser überschrieben. Als damaliger Finanzsenator lud Neßelmann den jungen Historiker zu sich ein: „Das Gespräch mit ihm war eins der wertvollsten in der Phase des Neubeginns nach der Wende.“ Schon damals habe Frank Schröder ein umfassendes Netz zu jüdischen Familien weltweit geknüpft. „Es war und ist bis heute das beste Fundament der Stiftung“, so Neßelmann.

Mit seinem Engagement begeisterte Frank Schröder die Menschen für sein Forschungsgebiet, für sein Anliegen. „Er hatte eine enorme Überzeugungskraft, der man sich nicht entziehen konnte“, sagte Ulrike Oschwald, Vorstandsvorsitzende des Max-Samuel-Hauses, in ihrer Rede. Tief bewegt erinnerte auch Almuth Wagner-Davidsmeyer an ihren „Freund und Mentor“. Er habe fesseln und polarisieren, Menschen vor den Kopf stoßen, aber immer auch Großes schaffen können: „Das Max-Samuel-Haus ist sein Vermächtnis.“

Frank Schröder hat als wissenschaftlicher Leiter dem Max-Samuel-Haus in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten seinen Stempel aufgedrückt. Unter seiner Leitung ist es zu einem lebendigen Treffpunkt für jene geworden, die sich mit jüdischer Geschichte und Kultur auseinandersetzen möchten. Hier brachte er Menschen zusammen. OB Roland Methling erklärte: „Wir werden auch in Zukunft uneingeschränkt unterstützen, was Frank Schröder mit diesem Haus auf den Weg gebracht hat.“

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