Trauerfeier : Abschied von Christoph Kleemann

Bundespräsident Joachim Gauck würdigte die Leistungen des Verstorbenen.
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Bundespräsident Joachim Gauck würdigte die Leistungen des Verstorbenen.

Bewegende Trauerfeier in der Universitätskirche / Auch Bundespräsident Joachim Gauck erweist seinem Weggefährten die letzte Ehre

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14. November 2015, 08:37 Uhr

Letztes Geleit für Christoph Kleemann. Mit einer bewegenden Trauerfeier haben Familie, Freunde, Weggefährten und Bekannte gestern Abschied von Rostocks erstem Bürgerschaftspräsidenten genommen. Christoph Kleemann ist am 28. Oktober nach langer schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben. In der Universitätskirche war kein Sitzplatz mehr frei, viele der Trauernden standen deshalb während der Feier. Unter ihnen war auch Bundespräsident Joachim Gauck.

Christoph Kleemann kennen die meisten Rostocker – als den Studentenpfarrer, als Sprecher des Neuen Forums, als Übergangsbürgermeister, ersten Präsidenten der Bürgerschaft nach der Wende oder auch als Leiter der Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit. Viele erinnern sich aber ebenso an ihn als einen nimmermüden Gesprächspartner, als Zuhörer und hilfsbereiten Menschen.

Trotz der im Jahr 2008 diagnostizierten schweren Krankheit habe Christoph Kleemann seine Lebensphilosophie fortgesetzt, so Jörg Utpatel, Pastor der Evangelisch-Lutherischen Ufergemeinde Rostock. Der Verstorbene wusste um die Heimtücke des Krebses und habe deshalb bewusst Abschied genommen. Christoph Kleemann hätten Gedankenaustausche, Anrufe und Briefe von Freunden in den zurückliegenden Wochen sehr berührt, so Utpatel. Bis zuletzt sei dem „Mann der Vernunft“ der besondere Humor – der manchmal sarkastisch gewesen sei – zu eigen gewesen. Bei der akribischen Vorbereitung seiner eigenen Trauerfeier habe Christoph Kleemann beispielsweise gesagt: „Keine Lobeshymnen, sonst komme ich zurück.“

Der Chor der Innenstadtgemeinde unter der Leitung von Markus Langer und das einfühlsamen Orgelspiel von Karl Scharnweber verliehen dem Trauerakt einen nahegehenden musikalischen Rahmen. Besonders ergriffen waren die meisten der Frauen und Männer in der Universitätskirche, als der Text „Wer bis du?“, den Christoph Kleemann noch am 14. August geschrieben hatte, durch Dietlind Glüer zum Vortrag kam. Eindrucksvoll die Predigt von Peter Spinatsch aus der Schweiz, der den Verstorbenen seit vielen Jahren kannte und schätzte. Seine Erinnerungen zeichneten ein bemerkenswertes Bild vom Menschen und unermüdlich wirkenden Gläubigen Christoph Kleemann.

Bundespräsident Joachim Gauck würdigte das große Engagement des Verstorbenen für die Demokratie in der Hansestadt. „Christoph war mutig, wo andere noch Angst hatten. Er hat sich nie gescheut, eine große Last zu tragen“, so Joachim Gauck, der an die Unerschrockenheit erinnerte, mit der Christoph Kleemann in der Wendezeit rastlos wirkte, und an dessen spezielle Gabe, Menschen zusammenzuführen. Die Urne von Christoph Kleemann ist gestern im Ruheforst beigesetzt worden.

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