Korvette „Braunschweig“ : Abschied auf Zeit von der Familie

 Zu den 64 Besatzungsmitgliedern der Korvette „Braunschweig“ gehört der Erste Wachoffizier Markus Schwefers aus Rostock. Vor dem Auslaufen der Korvette verabschiedete er sich gestern von seiner Frau Anna, die mit den Kindern Hannes und Jette gekommen war.
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Zu den 64 Besatzungsmitgliedern der Korvette „Braunschweig“ gehört der Erste Wachoffizier Markus Schwefers aus Rostock. Vor dem Auslaufen der Korvette verabschiedete er sich gestern von seiner Frau Anna, die mit den Kindern Hannes und Jette gekommen war.

Korvette „Braunschweig“ ist in den Unifil-Einsatz in den Libanon ausgelaufen Ziel: Seegrenzen sichern und Waffenschmuggel verhindern

svz.de von
14. Mai 2018, 21:00 Uhr

Es ist jedes Mal ein sehr wichtiger Einsatz für die Soldaten und die Marine, wenn die Korvetten in See stechen. Und trotzdem fließen bei den Familien angesichts der monatelangen Trennung von ihren Lieben auch Tränen. Denn wenn die Besatzungen der Korvetten in den Unifil-Einsatz aufbrechen, sind sie ein paar Monate lang weg.

So war es auch heute, als die „Braunschweig“ mit einer Besatzung von 64 Frauen und Männern unter dem Kommando von Fregattenkapitän Alexander Dubnitzki (38) zum Unifil-Einsatz ausgelaufen ist. „Wir werden auch diesmal bei Patrouillenfahrten vor dem Libanon die örtlichen Behörden bei der Kontrolle der Hoheitsgewässer unterstützen, die Überwachung des Schiffsverkehrs wird das Personal auf der Brücke und in der Operationszentrale voll einbinden“, sagt Dubnitzki.

Patrick Preuß vom Korvettengeschwader lobte vor dem Auslaufen die Besatzung Charlie, der durch Instandsetzungsarbeiten etwas weniger Zeit zur Verfügung gestanden hat und bei der sich alle trotzdem mit großer Disziplin auf den Einsatz vorbereitet haben.

Seit 2006 unterstützt Unifil die libanesische Regierung dabei, die Seegrenzen zu sichern und Waffenschmuggel auf See zu verhindern. Die libanesische Marine hat bereits die Ausrüstung von Deutschland erhalten, darunter Wachboote und Küstenradarstationen. „Wir trainieren die libanesische Marine in immer anspruchsvolleren Übungen auf See und an Land, dazu werden wir auch Soldaten aus dem Libanon an Bord haben“, sagt Dubnitzki. Auch wenn die Einsätze zum Glück bisher alle gut verlaufen sind: „Für Routine darf es keinen Platz geben“, warnt Patrick Preuß in seiner Rede vor dem Auslaufen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir bei den Konfliktherden in Israel, Syrien und Zypern im Einsatz sind.“ Momentan sind vier Korvetten in den Einsatz eingebunden, die Korvette „Magdeburg“ kehrt am 15. Juni wieder zurück.

Dass sein Papa schnell wieder zurückkehrt, hofft auch der kleine Hannes Schwefers. Dem knapp Dreijährigen fiel der Abschied von Papa Markus Schwefers gestern sichtbar schwer, er hätte ihn am liebsten bei sich behalten. Der Papa ist als Erster Wachoffizier Teil der Crew Charlie, die eine Patenschaft mit der Stadt Erfurt pflegt. Diese Besatzung war vor knapp einem Jahr das letzte Mal im Unifil-Einsatz.

Seit 1978 setzen sich Blauhelmsoldaten der Unifil-Mission (United Nations Interims Force in Lebanon) für Frieden zwischen Libanon und Israel ein.

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