Rostock : Abriss der Ex-Poliklinik vertagt

<p>Die Ruine der ehemaligen Salvador-Allende-Klinik in Lütten Klein.</p>

Die Ruine der ehemaligen Salvador-Allende-Klinik in Lütten Klein.

Die Salvador-Allende-Ruine im Rostocker Stadtteil Lütten Klein bleibt vorerst stehen. Neue Baupläne sind aber in der Prüfphase

svz.de von
30. Juni 2016, 08:30 Uhr

Die ehemalige Salvador-Allende-Klinik im Herzen Lütten Kleins liegt seit Jahren brach, sollte eigentlich bereits im Frühjahr abgerissen, ab Sommer zur Baustelle und dann durch Wohnungen ersetzt werden. Aber die Ruine steht noch immer. „Wir haben die ursprünglichen Pläne von drei verschiedenen Gutachtern durchrechnen lassen und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Variante nicht umsetzbar ist“, sagt Volker Fritz, Vorstandsmitglied der Wohnungsgenossenschaft (WG) Union Rostock.

Laut der Gutachter läge die Miete – vor allem durch Baumaßnahmen für das ursprünglich geplante unterirdische Parkhaus – dann bei mehr als 12 oder 13 Euro pro Quadratmeter. „Das kann man an diesem Standort nicht verlangen“, so Fritz. Zudem wolle die Wohnungsgenossenschaft – ganz nach Gutdünken der Rostocker Stadtverwaltung – mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Derzeit würden verschiedene Varianten geprüft. Darunter eine, die am Standort in Lütten Klein ein mehrgeschossiges Hochhaus vorsieht. Das würde wesentlich günstiger und wäre aus statischer Sicht an dem Standort möglich. Man warte auf Antwort vonseiten der Stadtplanung, so Fritz. Fest steht: „Die ehemalige Klinik wird erst dann abgerissen, wenn unsere Entwürfe akzeptiert und abgesegnet sind“, so das Vorstandsmitglied der Rostocker Wohnungsgenossenschaft.

Die Anwohner sehen die Situation zwiegespalten: „Für den Stadtteil ist es ein Schandfleck, der lieber heute als morgen entfernt werden sollte, aber eben nicht unter diesen Bedingungen“, sagt Gabriele Bolz (CDU), Ortsbeiratsvorsitzende Lütten Klein. Man wolle vor allem auch junge Familien in den Stadtteil locken, die die hohen Preise kaum bezahlen würden, so Bolz. Allerdings sei die baufällige Ruine im derzeitigen Zustand auch eine große Gefahrenquelle. „Dort sind öfter Jugendliche unterwegs. Wir sind froh, dass es bisher noch nicht gebrannt hat“, sagt die Ortsbeiratsvorsitzende. Allerdings lege das benachbarte Polizeirevier Lütten Klein ein hohes Augenmerk auf die Bauruine. Nach ihren Information werde sich vor 2018 aber wohl noch nichts tun, so sagt Gabriele Bolz.

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