ROSTOCK : Abi an Jenaplanschule rückt näher

Wie hier bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises 2015 könnten Hannah Schürgut, Christina Molle, Nils Allwardt, Annika Pudszus, Martin Plant, Anna-Lena Klook, Anna Gündüz, Fabian Elsken-Sicard und Bärbel Hoffmann von der Jenaplanschule bald erneut Grund zum Jubel haben.
Wie hier bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises 2015 könnten Hannah Schürgut, Christina Molle, Nils Allwardt, Annika Pudszus, Martin Plant, Anna-Lena Klook, Anna Gündüz, Fabian Elsken-Sicard und Bärbel Hoffmann von der Jenaplanschule bald erneut Grund zum Jubel haben.

Jugendliche sollen an der Einrichtung bald die Oberstufe besuchen können. Aus Platznot müssen drei Klassen aber für ein Jahr ausweichen.

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10. März 2016, 08:00 Uhr

Die Sekundarstufe II an der Jenaplanschule hat eine wichtige Hürde genommen: Die Bürgerschaft hat dem Vorhaben auf ihrer vergangenen Sitzung zugestimmt. Nun fehlt nur noch die Freigabe des Staatlichen Schulamts. Laut Senator Steffen Bockhahn (Linke) wollen nach aktuellem Stand 33 Jugendliche das weiterführende Angebot nutzen, das schon zum kommenden Schuljahr eingerichtet werden soll. „Diese Schüler und Eltern vertrauen auf die Aussagen von Verwaltung und Bürgerschaft“, sagt Bockhahn. Und die hatten ihnen die Einrichtung der Oberstufe fest zugesichert.

„Für uns ist es existenziell, dass wir schon 2016/17 beginnen“, sagt Martin Plant, Leiter der Jenaplanschule. Klappe es jetzt nicht, den Weg zum Abitur frei zu machen, werde sich das Vorhaben vermutlich auf Jahre hinaus erledigt haben. Der Vertrauensverlust bei den Betroffenen sei dafür zu schwerwiegend.

Weil die Raumkapazitäten in der Lindenstraße für den zusätzlichen Unterricht nicht ausreichen, sollen drei Klassen für ein Jahr in die Grundschule am Margaretenplatz ausweichen.

Das kritisiert Anette Niemeyer (Aufbruch 09), Vorsitzende des Ortsbeirats Kröpeliner-Tor-Vorstadt: „Das hat viel Ärger in der Schule und im Ortsbeirat hervorgerufen.“ Denn die Eltern hätten sich darauf verlassen, ihr Kind an einer reinen Grundschule mit enger Verzahnung zum Hort eingeschult zu haben. Auf der vergangenen Sondersitzung des Ortsbeirats seien sie „mit Recht emotional angegriffen gewesen“. Laut Bockhahn wird es allerdings keine Einschränkungen für ihre Kinder geben. Auch der Hortbetreiber habe den Plänen ohne Bedenken zugestimmt.

Aus Sicht von Martin Plant sind die Ängste ebenfalls unbegründet. „Ich bitte um Vertrauen für unsere Schüler, Eltern und Kollegen“, sagt er. Seine angehende Oberstufe sei den Umgang mit kleineren Mitschülern von Beginn an gewohnt. „Bei uns ist Vielfalt das Entscheidende“, sagt Plant. „Ein großer Schwerpunkt ist Partizipation.“ Mit diesem Konzept und seiner Umsetzung belegte die Einrichtung im vergangenen Jahr den zweiten Platz beim Deutschen Schulpreis.

Damit der Lehrbetrieb künftig wieder normal läuft, erhält die Jenaplanschule ab Sommer 2017 eine Außenstelle: die heutige Schule am Wasserturm. Diese zieht dafür in die dann geschlossene Schule am Schäferteich in Toitenwinkel. Diese Pläne bestätigte die Bürgerschaft auf ihrer Sitzung ebenfalls. Und die Außenstelle sei dringend notwendig, so Plant: „Auch ohne die Sekundarstufe II müssen wir bis zu 96 Schüler auslagern.“ Denn die Zahl der Grundschüler in der Innenstadt und damit an der eigenen Einrichtung steige seit Jahren. War die Schule 2004 noch mit 99 Kindern gestartet, sind es aktuell bereits 463. In zehn Jahren sollen es 792, darunter 72 der Oberstufe, 432 zwischen den Klassenstufen fünf bis zehn und 286 in den Klassen eins bis vier sein.

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