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22. Oktober 2017 | 10:32 Uhr

Abfall-Riese Remondis kauft Eurawasser

vom

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2011 | 08:36 Uhr

Rostock | Wenn die Rostocker den Hahn aufdrehen, dann sprudelt ab 2012 nicht mehr das Wasser des französischen Konzerns Suez - sondern es kommt dann vom nordrhein-westfälischen Abfallentsorger Remondis. Der hat gestern überraschend für 95 Millionen Euro den regionalen Versorger Eurawasser gekauft. Davon betroffen ist auch der Ableger Eurawasser Nord mit dem Geschäft in der Hansestadt sowie im Landkreis.

300 000 Menschen versorgt das Unternehmen in diesem Gebiet zurzeit. Für diese sowie für die rund 400 Mitarbeiter soll sich trotz des Verkaufs vorerst nichts ändern. Eurawasser ist durch langfristige Verträge mit dem Warnow-Wasser- und Abwasserverband sowie dem Zweckverband Güstrow-Bützow-Sternberg gebunden. "Wir denken nicht über steigende Preise nach", sagt Gesine Strohmeyer, Geschäftsführerin von Eurawasser Nord. Die Wasserpreise würden ohnehin von dem Warnow-Wasser und Abwasserverband festgelegt, in dem die Hansestadt und Umlandgemeinden Mitglied sind.

Der unterschriebene Verkauf muss allerdings noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Die Konzession für den Betrieb der Rostocker Wasserversorgung läuft bis 2018. Dann könnte Rostock die Versorgung auch wieder selbst übernehmen. Frühestens 2016 ist die Konzession nach Angaben des Amtes für Management und Controlling kündbar. In der Rostocker Kommunalpolitik machen sich allerdings Sorgen breit. "Wir befürchten, dass die Kaufsumme durch steigende Wasserpreise oder Einschnitte bei den Mitarbeitern wieder hereingeholt werden könnte", sagt Eva-Maria Kröger, Fraktionsvorsitzende der Linken in der Bürgerschaft. Immerhin entspricht der Kaufpreis von 95 Millionen Euro nach Angaben von Eurawasser dem 14,6-fachen des Nettoergebnisses im Jahr 2010.

Gelassener sieht die SPD den Wasser-Deal. "Wir sind vertraglich gut aufgestellt und werden darauf achten, dass die Pflichten eingehalten werden", sagt Fraktionsvize Dr. Steffen Wandschneider. Dazu gehörten etwa fest vereinbarte Investitionssummen. 2012 will Eurawasser das Netz in der Paulsstraße, in Warnemünde und Hohe Düne erneuern - parallel zum Straßenbau der Stadt.

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