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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. September 2017 | 03:25 Uhr

Exotisch heiraten : Ab 2018 auf dem Kran

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

In 55 Metern Höhe mit Blick über den Stadthafen und bis nach Warnemünde – mit dieser Aussicht sollen sich Paare künftig auf dem Hellingkran standesamtlich trauen lassen können.

Nach Jahren des Vor-sich-hin-Rostens bricht jetzt eine Zeit der Hochkonjunktur für den Hellingkran an. Nicht nur, dass er bis Ende des Jahres saniert sein soll und das ehemalige Gelände der Neptun-Werft um ihn herum durch Wohnungsbau belebt wird. Bis 2018 soll der Kran einer der Anziehungspunkte in Rostock werden: In 55 Metern Höhe mit Blick über den Stadthafen und bis nach Warnemünde sollen sich Paare dort standesamtlich trauen lassen können.


Trauungen in der Kanzel


Eigentümer Hilger Patzner hatte in den letzten Jahren mit seiner gemeinnützigen Neptun Kran GmbH Spenden für die 250 000 Euro teure Sanierung gesammelt. Die entscheidende Spende über mehr als 50 000 Euro kommt von der WG Marienehe und damit von der Wohnungsgenossenschaft, die auf dem Gelände für Millionen-Beträge Wohn- und Geschäftsgebäude emporsprießen lässt. Der Kran wird noch vor der Hanse Sail eingerüstet. Bis Ende des Jahres soll die Sanierung abgeschlossen sein, sagt Patzner. Er hatte den Kran in den 1990er-Jahren mit einem großen Teil der ehemaligen Neptun-Werft von der Treuhand erworben und die Auflage bekommen, ihn zu erhalten. Nachdem seine Schuldigkeit getan ist, soll es für den Kran weitergehen. Er wird in den Besitz des Fördervereins Tradition Ostseeschifffahrt übergehen, „weil der maritimes Erbe betreut“, sagt Patzner, der selbst Mitglied des Vereins ist. Der Förderverein hat schon seit Jahren Visionen für das heimliche Schmuckstück am Werftdreieck. „Standesamtliche Trauungen in der Kanzel – das wäre etwas Einzigartiges“, sagt Patzner. Und auch Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) hatte damit schon vor Jahren geliebäugelt. Er ist der Vorsitzende des Vereins, der mehr als 50 Mitglieder, vornehmlich Kaufleute, zählt.

Die Anträge sind schon gestellt. Bis 2018 soll die Vision Wirklichkeit werden, sagt der zweite Vereinsvorsitzende Jochen Pfeiffer, der außerdem der Geschäftsführer der Societät Rostock maritim ist. Dafür müsse ein Fahrstuhl eingebaut und der Kran winterfest gemacht werden. Auf 40 Quadratmetern in der Kanzel des Krans sollen dann die Trauungen stattfinden. Der Verein habe bewusst nach etwas Einzigartigem gesucht, das es noch in keiner anderen Stadt gibt – standesamtliche Trauungen auf dem denkmalgeschützten PWK B40. Bis zu 150 000 Euro werde der Umbau kosten. „Wir haben feste Spender, sonst ginge vieles gar nicht“, sagt Pfeiffer.


Halle 207 wird wieder genutzt


Neben dem Kran verantwortet der Verein noch weitere Projekte. Er hat zum Beispiel ein Archiv in Gehlsdorf, das in der Zukunft auch öffentlich zugänglich gemacht werden soll, und ist der Besitzer der Halle 207. Und die soll wieder genutzt werden. „Die Pläne stehen seit Jahren, aber es fehlt noch das Geld.“ Die Halle soll grundsaniert werden, Sozialräume angebaut werden, bei Schallschutz und Isolation nachgezogen werden – für 3,5 Millionen Euro. Finanziert werden sollte das auch über die Mieteinnahmen vom Volkstheater. Das hatte die Halle von 2009 bis 2011 als Sommerspielstätte genutzt. Nachdem die Kooperation endete, lag auch das Projekt brach. Zu den Festspielen MV wird am 13. Juli die Norddeutsche Philharmonie in der Halle spielen. Aber bei dieser Ausnahme soll es nicht bleiben. Potenzielle Nutzer sind in Aussicht.

 

 

 

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