Volkstrauertag : Bündnis Rostock nazifrei warnt vor Instrumentalisierung

Das Bündnis Rostock nazifrei fürchtet, dass erneut Rechtsextreme den Volkstrauertag missbrauchen.

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16. November 2018, 12:20 Uhr

Rostock | Anlässlich des Volkstrauertages findet in Rostock am Sonntag, 18. November, eine Gedenkstunde für die Opfer der zwei Weltkriege und des Nationalsozialismus statt. Dieser Tag ist aber auch für Rechtsextreme von zentraler Bedeutung, so das Bündnis Rostock nazifrei. „Organisierte Neonazis aus verschiedenen Städten haben letztes Jahr die Gelegenheit genutzt, sich ungestört auf dem Neuen Friedhof zu versammeln und diesen Tag zu instrumentalisieren“, erklärt Anette Niemeyer aus dem Bündnis Rostock nazifrei. Sie hätten sich direkt hinter Stadt- und Landespolitikern platziert. Im Anschluss an die offizielle Gedenkveranstaltung hätten sie dann ihr „Heldengedenken“ mit Fackeln und Reden ungestört durchgeführt und damit ein Event für ihre Szene geschaffen. Ihnen gehe es darum, Gewalt und Tyrannei zu verherrlichen, Verantwortliche und Täter im Nachhinein zu Helden zu erklären und die demokratische Erinnerungskultur ins Lächerliche zu ziehen, so das Bündnis.
 

Schon Ende vergangenen Jahres seien Verantwortliche aus Stadtpolitik und -verwaltung über die Ereignisse am 19. November 2017 informiert und aufgefordert worden, keine Etablierung einer rechtsextremen Gedenkveranstaltung in Rostock zuzulassen. In diesem Jahr haben die Neonazis ihr "Heldengedenken" vor kurzem offenbar bereits ungestört durchgeführt, erklärt das Bündnis. Anette Niemeyer: „Genau deswegen fordern wir ein konsequentes Einschreiten, wenn Neonazis erneut versuchen sollten, den Volkstrauertag zu missbrauchen. Es darf gerade in diesem Jahr, 80 Jahre nach dem Novemberpogrom, keine Wiederholung der Ereignisse des letzten Jahres geben.“

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