Vereine in Rostock : Voller Einsatz für Camper

Die Geschäftsstelle des Camping-Landesverbandes leitet Christin Lemcke (M.). Neben Mitarbeiterin Marita Hadel engagieren sich viele ehrenamtlich – so wie Gerd Scharmberg.
Die Geschäftsstelle des Camping-Landesverbandes leitet Christin Lemcke (M.). Neben Mitarbeiterin Marita Hadel engagieren sich viele ehrenamtlich – so wie Gerd Scharmberg.

2018 wurden mehr als fünf Millionen Übernachtungen auf 210 Plätzen in MV gezählt. Umsatzsteuererhöhung sorgt Betreiber.

svz.de von
15. Juni 2019, 18:00 Uhr

Rostock | Raus aus dem Alltag, ab in die Natur: Immer mehr Menschen verbringen den ganzen Urlaub oder ein paar freie Tage auf einem der 210 Campingplätze in MV. Auf diesen wurden im Vorjahr mehr als fünf Millionen Übernachtungen gezählt. Fast die Hälfte auf den 86 Campingplätzen, die Mitglied im Verein Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland/Landesverband MV, sind.

"Die meisten Camping- und Caravanplätze in unserem Bundesland sind familiengeführte Unternehmen, die 1991 ihren Interessenverband geschaffen haben. Seither machen wir uns stark für unsere Mitglieder, die kräftig investiert und auch Fördergelder erhalten haben. Erlebnisgastronomie, Beauty- und Wellnessbereich, Kinderbetreuung, Schwimmbad und natürlich moderne Sanitäranlagen sind längst keine Ausnahme mehr", sagt Gerd Scharmberg. Der Mitarbeiter des Campingbetreibers Regenbogen AG, der auf dem Darß zwei Plätze betreibt, engagiert sich ehrenamtlich im Vereinsvorstand.  

Mövenpick-Steuer trifft auch die kleinen Pächter

"Wir treffen uns monatlich in Rostock, wo wir über wichtige Themen sprechen. Beispielsweise über die so genannte Mövenpick-Steuer, die keinesfalls nur große Hotels, sondern auch uns betrifft. Vor zehn Jahren wurde die Umsatzsteuer von 19 auf sieben Prozent gesenkt. Unsere Mitglieder haben Kredite aufgenommen, Löhne und Gehälter erhöht, um gutes Personal auszubilden und möglichst über das gesamte Jahr zu halten. Der Gedanke, die Umsatzsteuer wieder auf 19 Prozent zu erhöhen, sorgt für manch schlaflose Nacht bei den Betreibern", so der 64-Jährige. Die Arbeit des ehrenamtlichen Vereinsvorstands hat sich gelohnt. "Unsere Stimme wird inzwischen in Schwerin gehört. Dennoch haben wir noch viele Probleme zu lösen", sagt Gerd Scharmberg. So sei es legitim, wenn die Fahrer von Caravanen oder Wohnmobilen auf einer langen Fahrt eine Pause auf einem Parkplatz einlegen. Doch wenn öffentliche Flächen genutzt werden, um auf diesen Urlaub zu machen, dann werde seiner Branche ein unlauterer Wettbewerb aufgemacht.  

Mobile Homes sollen umweltschädliche Anfahrt ausbremsen

Auch das Thema Umwelt gehe an den Campingplätzen nicht vorbei. Deshalb sollen verstärkt Mobilheime angeboten werden, Naturfreunde mit einem kleinen Auto oder dem Zug anreisen. "In MV müssen wir für ein industriell gefertigtes mobiles Heim einen oft aufwändigen Bauantrag stellen. In anderen Bundesländern geht man davon aus, dass die Mobilheime ortsveränderlich sind, man also keinen Bauantrag stellen muss. Darüber müssen wir mit den Politikern reden", sagt Scharmberg.

Das Hauptproblem für die Zukunft, so fügt er hinzu, werde es aber sein, Arbeitskräfte zu finden, gut auszubilden und zu halten. Derzeit haben auf den 210 Campingplätzen im Land rund 3000 Frauen und Männer einen festen Job.

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