Universität Rostock : 200 Forscher tagen bei Dynamics Days Europe

Der Physiker Professor Thomas Fennel ist einer der vier Organisatoren, die die internationale Tagung in Rostock vorbereiten.
Der Physiker Professor Thomas Fennel ist einer der vier Organisatoren, die die internationale Tagung in Rostock vorbereiten.

Experten aus Mathematik und Physik tauschen aus. Fußgänger-Experiment soll Sicherheit erhöhen.

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03. September 2019, 12:00 Uhr

Rostock | Rund 200 Wissenschaftler aus 30 Ländern, darunter Neuseeland, die USA und Japan, tauschen sich von Montag bis Freitag an der Universität Rostock zu ihren Forschungsergebnissen komplexer mathematischer und physikalischer Vorgänge aus. Im Jubiläumsjahr der bald 600 Jahre alten Alma Mater findet die Konferenzreihe Dynamics Days Europe in der Hansestadt statt. Sie hat ihren Ursprung in den 80er-Jahren und ist international renommiert. Organisiert wurde die Konferenz in Rostock von Prof. Jens Starke und Prof. Michael Dreher vom Institut für Mathematik zusammen mit den Kollegen Prof. Oliver Kühn und Prof. Thomas Fennel vom Institut für Physik.

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Themen von Klimaschutz bis Laser

Ab Montag diskutieren die Wissenschaftler auf dem Ulmencampus interdisziplinär über komplexe Systeme und deren zeitabhängiges Verhalten. Neben Themen aus den Grundlagenwissenschaften und der Entwicklung moderner mathematischer Analysemethoden stehen insbesondere auch die Anwendungen mathematischer Modelle und Simulationsverfahren für komplexe Systeme im Zentrum – zum Beispiel zur Klimaforschung, Gehirnaktivitäten, zur Anwendung von Laserlichtquellen der neuesten Generation, bis hin zur Entstehung von Tönen in Musikinstrumenten.

"Internationale Konferenzen wie die Dynamics Days tragen verschiedene Sichtweisen und neueste Erkenntnisse zusammen, um diese mit anderen Experten kritisch zu diskutieren und damit die Forschungsgebiete voranzubringen", so Prof. Starke. Er fügt hinzu: "Es geht auch darum, das Wissen, das sich heute in Spezialgebieten weit auseinanderentwickelt hat, wieder zusammenzuführen und dafür über Fächergrenzen hinaus eine gemeinsame Sprache zu finden".

Projekt zur Sicherheit für Fußgänger

Und die Gastgeber haben einiges zu bieten: Der Physiker Prof. Fennel und seine Arbeitsgruppe forschen beispielsweise erfolgreich an der Aufklärung und theoretischen Beschreibung der Wirkung extrem kurzer Laserblitze auf Nanostrukturen. Mögliche Anwendungen reichen von extrem schneller lichtbasierter Elektronik bis zur Abbildung und gezielten Veränderung von Materie mit intensiver Laserstrahlung.

In einem aktuellen Projekt beschäftigen sich Starke und sein Team mit neuen mathematischen Methoden, um Fußgängerströme besser verstehen und vorausschauend beschreiben zu können. Dazu wird es auf der Konferenz ein Fußgänger-Experiment geben. Langfristig sollen diese Methoden helfen, die Sicherheit bei Großveranstaltungen zu verbessern und Evakuierungsstrategien von Gebäuden zu optimieren.

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