Ungewöhnliche Lesung in Rostock : Wie Lotte den Krebs besiegt

Nach der Lesung erhalten Mutter Stephanie (v.l.), die sechsjährige Hannah und Vater Carsten von Autorin Sonja Marschall ein persönliches Exemplar des Buches 'Lotte und die Chemo-Männchen'.
Nach der Lesung erhalten Mutter Stephanie (v.l.), die sechsjährige Hannah und Vater Carsten von Autorin Sonja Marschall ein persönliches Exemplar des Buches "Lotte und die Chemo-Männchen".

Autorin stellt den kleinen Patienten der Kinder- und Jugendklinik ihr Buch über die Krankheit Leukämie vor.

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13. Januar 2020, 16:00 Uhr

Eines Abends entdeckt Lotte ungewöhnliche blaue Flecken an ihren Beinen. Und das, obwohl sie gar nicht hingefallen ist. Die Diagnose des Arztes: Lotte hat Krebs. So wie der kleinen Protagonistin in Sonja Marschalls Kinderbuch "Lotte und die Chemo-Männchen" ergeht es vielen Kindern.

"Leukämie gilt als die häufigste Krebsform im Kindesalter", sagt der Leiter der Kinderonkologie an der Rostocker Universitätsmedizin, Prof. Dr. Carl Friedrich Classen. Im Buch erklärt Lottes Mutter, dass der Arzt etwas in ihrem Blut gefunden hat, was da nicht hingehört: "Ein bisschen so wie Zucker in der Suppe oder wie Apfel im Ketchup." Also muss Lotte ins Krankenhaus, damit ihr Blut wieder sauber wird und sie gesund.

Von der Diagnose bis zur Chemotherapie

In ihrem Werk beschreibt die 17-jährige Autorin Lottes Weg von der Diagnose bis zur erfolgreichen Chemotherapie. Und hat dieses nun einem besonderen Publikum vorgestellt. Nämlich den kleinen Patienten der Rostocker Kinder- und Jugendklinik, wie der sechsjährigen Hannah, die im Anschluss sogar ein eigenes Exemplar von der 17-Jährigen geschenkt bekommen hat.

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In "Lotte und die Chemo-Männchen" beschreibt Marschall kindgerecht die ersten Symptome und schildert, wie sich ihre tapfere Hauptfigur im Klinikalltag zurechtfindet. Damit die Krebszellen wieder aus Lottes Blut verschwinden, braucht sie nämlich Hilfe von den Chemo-Männchen, die ihren Körper wie Bauarbeiter in Ordnung bringen sollen.

Warum Lotte dabei ihre Haare verliert, wozu die ganzen medizinischen Geräte benötigt werden und warum die Chemo-Männchen nicht allen Kindern helfen können, wird ebenfalls in dem Buch erklärt. Dafür hat sich die Autorin im Vorfeld extra von Fachleuten an Kliniken beraten lassen.

Kleine Patienten sollen Krankheit besser verstehen können

"Das wunderbare Buch wird sicher vielen jungen Patienten dabei helfen, ihre Erkrankung zu verstehen und gemeinsam mit uns gegen sie zu kämpfen", ist sich der Leiter der Kinderonkologie sicher. Denn dieses illustriere einfühlsam, kindgerecht und anschaulich die verschiedenen Facetten des Blutkrebs. Heute können rund drei Viertel der erkrankten Kinder geheilt werden. "Allerdings meist durch langwierige, eingreifende und komplizierte Therapien", weiß Prof. Dr. Classen.

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Die Idee für ihr Buch kam Sonja Marschall, als die junge Autorin als Babysitterin auf das Mädchen Lotte aufpasste, das an Krebs erkrankt war. "Dabei ist mir aufgefallen, dass es keine Kinderbücher gibt, die dieses Thema wissenschaftlich fundiert und zugleich altersgerecht erklären", sagte die gebürtige Frankfurterin bei der Lesung in der Hansestadt. "Also habe ich selbst eins geschrieben, um der Krankheit ein Gesicht zu geben", so die 17-Jährige.

In ihrer Geschichte geht es übrigens gut für die kleine Lotte aus. Das Mädchen kann am Ende mit seiner Familie feiern, dass es wieder gesund ist und die Chemo-Männchen bei ihm ganze Arbeit geleistet und seinen Körper wieder in Ordnung gebracht haben.

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