Rostock : Streit um Eltern-Kind-Zentrum: Brodkorb greift ein

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Die Medizin in Rostock kommt nicht zur Ruhe. Nach den Querelen um den früheren Vorstandschef Schmidt und einem Millionenminus in der Bilanz geht es nun um den Standort des künftigen Eltern-Kind-Zentrums.

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17. Dezember 2019, 18:07 Uhr

In die festgefahrene Diskussion zwischen der Universitätsmedizin Rostock und der Südstadtklinik um den Standort der Frauenklinik, Geburtshilfe und des künftigen Eltern-Kind-Zentrums wird der frühere Minister Mathias Brodkorb eingreifen. Der heutige Aufsichtsratschef der Unimedizin Brodkorb teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass er von Bildungsministerin Bettina Martin (beide SPD) gebeten worden sei, mit allen Beteiligten Gespräche zu führen. Die bestmögliche kinderärztliche Versorgung in der Region Rostock solle gesichert werden.

Hintergrund der Intervention ist ein Vorstoß des Fakultätsrats der Unimedizin, die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe künftig am eigenen Standort und nicht mehr in der Südstadt zu haben. Damit sollten die Voraussetzungen für das Eltern-Kind-Zentrum (Elki) ebenfalls am Standort der Unimedizin geschaffen werden. Nur so könne eine qualitativ hochwertige Ausbildung von Studenten und jungen Medizinern gewährleistet werden, hieß es aus dem Rat.

Wiederaufbau einer Universitätsfrauenklinik an der Unimedizin

Schon heute würden 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen an der Unimedizin behandelt, sagte Dekan Emil Reisinger. Diese Behandlungen erfolgten in der Kinderklinik, aber auch an anderen Fachabteilungen wie Chirurgie, Orthopädie, Augenklinik oder Radiologie. Deshalb spreche sich der Fakultätsrat für das Elki und den mittelfristigen Wiederaufbau einer Universitätsfrauenklinik an der Unimedizin aus. In dem Fakultätsratsbeschluss hieß es ausdrücklich, dass sich der Rat Gesprächen mit Stadt und Land nicht verschließen wolle.

Um den Standort des rund 60 Millionen Euro teuren Elki gibt es seit Jahren Diskussionen. Allerdings schienen die Fronten verhärtet. Der Verwaltungsdirektor des Südstadtklinikums, Steffen Vollrath, berichtete, dass es seit Monaten keine Gespräche zwischen den Kliniken gegeben habe.

Bewährte Kooperation mit der Universität Rostock

Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) sprach sich ebenso wie Vollrath für eine Beibehaltung des bisherigen Modells aus. Das Klinikum Südstadt könne auf eine erfolgreiche, schon zwei Jahrzehnte lang bewährte Kooperation mit der Universität Rostock blicken, sagte er. So sei eine der größten und bedeutendsten Geburtskliniken Deutschlands entwickelt worden und gleichzeitig werde die universitäre Forschung und Lehre am Klinikum Südstadt ermöglicht.

„Wir sind davon überzeugt, dass es richtig ist, diese Kooperation nicht nur fortzusetzen, sondern mit dem schon sehr lange diskutierten und geplanten Bau des Elki auch auf eine neue, höhere Stufe zu überführen“, betonte Madsen. Die Erfahrung und Fachkompetenz gebe Eltern in ganz Mecklenburg-Vorpommern die Sicherheit optimaler medizinischer Betreuung.

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