Cruiser, Sail und Regatten : Tourismuschef sieht großes Potenzial für die Saison

Das Auslaufen der Kreuzliner (hier „Aidamar“) findet immer großes Interesse.
Das Auslaufen der Kreuzliner (hier „Aidamar“) findet immer großes Interesse.

Rostocks Tourismuschef Matthias Fromm spricht beim Nautischen Verein über Maritimen Tourismus und erklärt Potenzial.

svz.de von
19. Februar 2019, 13:31 Uhr

Rostock | Der Maritime Tourismus stand im Blickfeld der jüngsten Veranstaltung des Nautischen Vereins in Warnemünde. Zu Gast war Tourismusdirektor Matthias Fromm, der die Highlights des Vorjahres in diesem Rahmen noch einmal mit akustisch untermalten schönen Bildern Revue passieren ließ und Ausblicke auf die Vorhaben dieses Jahres gab.

Schifffahrt und Hafen haben ihre Schnittstellen im Tourismus, machte er deutlich. Das belegen die Anläufe von Kreuzfahrtschiffen ebenso wie Hanse Sail und Warnemünder Woche und besondere Höhepunkte des vergangenen Jahres wie Hanse-Tag und Cruise Festival. Rostock habe dadurch international an Aufmerksamkeit gewonnen, erklärt Fromm.

Beim Nautischen Verein im Gespräch: Hafenkapitän Gisbert Ruhnke (l.) und Tourismusdirektor Matthias Fromm.
Reiner Frank
Beim Nautischen Verein im Gespräch: Hafenkapitän Gisbert Ruhnke (l.) und Tourismusdirektor Matthias Fromm.


Allein die Warnemünder Woche lockte 1800 Aktive mit rund 1000 Booten ins heimische Segelrevier zu diversen Europa-und Weltcups. Vom 6. bis 14. Juli werden auch in diesem Jahr hier die Segel zu internationalen Wettkämpfen und Meisterschaften gesetzt.

Zur diesjährigen Hanse Sail erwartet man auch in diesem Jahr vom 8. bis 11 August wieder eine Armada von Traditionsschiffen. Auch das Segelschulschiff „Gloria“, das Flaggschiff der Marine Kolumbiens, wird neben vielen bekannten Großseglern und Traditionsschiffen Kurs auf Rostock nehmen.

Die diesjährige Kreuzfahrtsaison, zu der wieder rund 200 Anläufe gemeldet sind, beginnt in diesem Jahr in Warnemünde am Karfreitag mit der „MSC Poesia“. Fromm verweist darauf, dass nach Schätzungen des Hafens je Anlauf von Passagieren und Besatzungen etwa 300 000 Euro in der Region ausgegeben werden. Die maritimen Dienstleister profitieren von dieser Wertschöpfung ebenso wie Reiseunternehmen, Handel und Gastronomie. Die Tourismuszentrale informiert am Pier 7 über Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen. Port Partys soll es in diesem Jahr wieder am 29. Mai, 8. Juni, 21. Juli, 23. August und 15. September geben.

Große Resonanz fand das Cruise Festival mit der Auslaufparade vom 14. bis 16. September vergangenen Jahres. Ein Ereignis, das im Wechsel mit Hamburg veranstaltet wird und in der letzten Augustwoche 2020 wieder in Warnemünde veranstaltet werden soll. Man sei bemüht, dafür Partner zu finden, berichtet der Tourismuschef. Er verweist darauf, dass ein Programmpunkt auch ein Umweltsymposium war. Abgase und Lärm gehören zu den Schattenseiten der Kreuzfahrtsaison. Deshalb sollen auch in Warnemünde bis 2025 vier Landstromanlagen der Umwelt zuliebe errichtet werden, wie Hafenkapitän Gisbert Ruhnke mitteilt. Zunächst bis Ende 2020 an den Liegeplätzen 7 und 8 und dann auf der anderen Seite des Werftbeckens. Aida Cruises habe die Bereitschaft für entsprechende Nutzungen ihrer Schiffe bereits zugesagt und auch mit MSC und Costa sei man dazu im Gespräch. Zudem bestünden in Rostock Bunkermöglichkeiten von LNG, wofür der Hafen die entsprechenden Regularien erfüllt. Erst jüngst hatte wieder ein großer Frachter Flüssigerdgas im Seehafen getankt.

Warnemünde ist für Touristen ein attraktives Ziel, aber auch für Kongresse ein gefragter Veranstaltungsort, wie der Tourismusdirektor berichtet und auf steigende Übernachtungszahlen verweisen kann. In der anregenden Diskussion mit den Nautikern ging es dann auch über den maritimem Tourismus hinaus, war unter anderem vom Dünen-Konzept der Kurverwaltung, Problemen mit Toiletten und der umstrittenen Ladenöffnungszeit an Sonntagen die Rede.

Vereins-Vorsitzender Helmut Martin informierte zudem intern darüber, dass die Dachgesellschaft DNV künftig auch kleineren Vereinen der nautischen Gemeinschaft mehr Mitbestimmung verspricht. Entsprechende Satzungsänderungen sollen auf der nächsten Jahreshauptversammlung erörtert werden.

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