See und Hafen Rostock : Wachwechsel im Amt

Vor der Verabschiedung: Hafenkapitän Gisbert Ruhnke.
Vor der Verabschiedung: Hafenkapitän Gisbert Ruhnke.

Der Rostocker Hafenkapitän Gisbert Ruhnke steuert nach 50 Jahren im Dienst für Schifffahrt und Hafen den Ruhestand an.

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21. August 2019, 05:00 Uhr

Rostock | Im Hafen- und Seemannsamt Rostock steht ein Wachwechsel bevor. Hafenkapitän Gisbert Ruhnke geht dem Ruhestand entgegen. Am 29. August wird der 66-Jährige im Seehafen verabschiedet, um Ende September nach mehr als 50 Jahren im Dienst für Schifffahrt und Hafen das Ruder aus der Hand zu geben.

Hafenexperten unter sich: Beim traditionellen Heringsessen des Rostocker Fischerei- und Frachthafens wie hier 2014 mit Hans-Heinrich Borstel von HBR  Wood Logistic (l.) und der damaligen Hafen-Geschäftsführerin Daniele war Ruhnke ein gern gesehener Gast.
Georg Scharnweber
Hafenexperten unter sich: Beim traditionellen Heringsessen des Rostocker Fischerei- und Frachthafens wie hier 2014 mit Hans-Heinrich Borstel von HBR Wood Logistic (l.) und der damaligen Hafen-Geschäftsführerin Daniele war Ruhnke ein gern gesehener Gast.

Am 5. August 1969 hatte er seine Lehre bei der DSR begonnen, eine Woche später ging er mit dem Lehr- und Ausbildungsschiff "Georg Büchner" bereits auf große Fahrt nach Kuba und Mexiko. Weitere Reisen mit der "Büchner" und später mit "Rudolf Breitscheid" und "Magdeburg" nach Asien folgten. Dem an der Peene in Quilow bei Anklam aufgewachsenen "Landei" wuchsen die sprichwörtlichen Seebeine und er qualifizierte sich an der Seefahrtsschule in Warnemünde-Wustrow zum Nautiker, wurde 3., 2. und 1. Offizier.

Für DSR und Laeisz auf großer Fahrt

Nach seiner Dienstzeit bei der Armee widmete er sich als Lehrer der Ausbildung des seemännischen Nachwuchses, fuhr zwischendurch aber immer wieder auch zur See, so auf dem Fährschiff "Sassnitz" und dem Ro/Ro-Frachter "Fichtelberg".

Nach der Wende blieben Schiffe sein zweites Zuhause. Er qualifizierte sich weiter, erwarb 1996 das große Patent, ging in der Spezialschifffahrt insbesondere auf Ro/Ro-Schiffen bis 2001 als Chiefmate und vertretungsweise als Kapitän für die DSR und Laeisz auf große Fahrt, so zuletzt mit der "Kahleberg". Der Diplomingenieur, der 1992 sein Maschinenpatent erwarb, wurde auch Diplom-Ingenieurpädagoge. Als der Seemann schließlich an Land fest vor Anker ging, trat er 2001 seinen Dienst beim Hafen- und Seemannsamt an - zunächst als Hafenmeister, dann als Stellvertreter und 2007 schließlich bis heute als Hafenkapitän.

Hafenkapitän mit vielfältigem Aufgabenspektrum

Seit 1991 nimmt das Hafen- und Seemannsamt Rostock die öffentlich-rechtlichen und hoheitlichen Befugnisse als Ordnungsbehörde in den Rostocker Häfen und die eines Seemannsamtes wahr. Seit zwei Jahren ist auch der Hafenbau hier wieder integriert.

Rückblick: Beim Erstanlauf der 'Queen Elizabeth' in Warnemünde 2013 überreicht Hafenkapitän Gisbert Ruhnke dem Kapitän des Schiffes die Plakette.
Georg Scharnweber
Rückblick: Beim Erstanlauf der "Queen Elizabeth" in Warnemünde 2013 überreicht Hafenkapitän Gisbert Ruhnke dem Kapitän des Schiffes die Plakette.

Insgesamt 35 Mitarbeiter unterstehen dem Hafenkapitän. Ob als Leitstelle des Verkehrs, den Aufgaben für Hafensicherheit und Umweltschutz bis hin zur Ausgabe von Fischereischeinen und der Überreichung der Seemannspatente ist ein vielfältiges Aufgabenspektrum zu bewältigen. Aktuelle Belange wie die Ballastwasserabgabe, die Vorbereitung auf umweltfreundliche Treibstoffe wie LNG und die Nutzung von Landstrom gehören dazu.

Amtskollegen verabschieden Ruhnke

Dabei blickt Gisbert Ruhnke als Präsident des Verbandes Deutscher Hafenkapitäne seit 2010 auch über die heimischen Gewässergrenzen hinaus. 21 Häfen gehören dieser Vereinigung an. Einige Vertreter, wie die Amtskollegen aus Hamburg, Bremen, Stralsund und Sassnitz, werden so sicher bei seiner Verabschiedung dabei sein. Im November bei der nächsten Zusammenkunft des Verbandes wird sein Nachfolger bestimmt werden.

Im Jahr 2007 ist Gisbert Ruhnke noch stellvertretender Hafenkapitän und hatte schon damals während der Hanse Sail alles im Blick.
Georg Scharnweber
Im Jahr 2007 ist Gisbert Ruhnke noch stellvertretender Hafenkapitän und hatte schon damals während der Hanse Sail alles im Blick.

Gisbert Ruhnke ist kein Mann großer Worte. "Das haben wir im Griff, das kriegen wir hin" - solch knappe Aussagen wie diese sind bezeichnend für ihn, wohl wissend dass dann auch Taten folgen.

Zahlreiche Pläne für den Ruhestand

Und die sagt er nun auch für seinen künftigen Lebensabschnitt voraus: Im Ruhestand werde er in kein Loch fallen. Er ist schließlich Jäger aus Passion, wird sein Boot auf der Peene verstärkt nutzen und einige Ehrenämter wie die im Nautischen Verein, als Lehrer an der Seefahrtsschule und in der Prüfungskommission im AFZ für den Seeleute-Nachwuchs weiter ausfüllen. Auch einige Reisen mit seiner Frau Rita, ohne die sein Engagement über all die Jahre nicht möglich gewesen wäre, wie er betont, sind nun geplant. So zum Beispiel eine Schiffsreise mit einem Hurtigruten-Postdampfer nach Norwegen. Zunächst muss er seine Dienstzeit aber noch um einen Monat weiter verlängern, damit sich sein Nachfolger an seiner Seite noch einige Wochen einarbeiten kann. Das wird nach einer Ausschreibung der Rostocker Falk Zachau sein, der zuletzt als Staff-Kapitän auf der "Europa 2" für Hapag-Lloyd im Einsatz war.

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