„Santa Barbara Anna“ : Rostocker Traditionssegler kehrt aus Werft zurück

von 27. Dezember 2020, 05:00 Uhr

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Nach beinahe sieben Jahrzehnten saniert und wieder hochseetauglich: Die 'Santa Barbara Anna'.
Nach beinahe sieben Jahrzehnten saniert und wieder hochseetauglich: Die "Santa Barbara Anna".

Nach gut zwei Monaten andauernden Reparaturarbeiten, konnte sie im Dezember erneut in ihren Heimathafen einlaufen.

Rostock | Was als Routineaufenthalt geplant war, endete für den mittlerweile beinahe siebzig Jahre alten Traditionssegler "Santa Barbara Anna" in einem neunwöchigen Reparaturmarathon in der Wolgaster Peene-Werft. Sanierungsarbeiten und eine längst fällige, umfangreiche Überholung forderten den Schiffbauern alles ab, wie der Betreiberverein Bramschot mitteilte. Demnach habe eine alle fünf Jahre erfolgende Routineuntersuchung des Seglers auf dem Trockenen ergeben, dass sich Mängel in der Außenhaut des Schiffes sowie in Bezug auf die Propellerwelle feststellen ließen. Etwas, das bei vorangegangenen Untersuchungen sowie den jährlichen Wartungs- und Überprüfungsarbeiten zu Wasser unbemerkt blieb. Im Dezember konnte das Schiff dennoch in den Heimathafen nach Rostock zurückkehren. Schiff wurde umfangreich saniert Trotz vollem Einsatz der Besatzung, die, wie der Betreiberverein Bramschot mitteilte, bereits im Vorfeld der Untersuchung kleinere Reparaturarbeiten durchführen konnte, blieb das Ersetzen der Propellerwelle sowie von Teilen der Außenhaut alternativlos. Dies habe den ursprünglich routinemäßigen Werftaufenthalt verlängert, hieß es. Die Durchführung der Reparaturarbeiten sei jedoch ein Unterfangen, was keinesfalls unterschätzt werden sollte, wie Skipper Peter Mai mitteilte. Nach mehreren Jahrzehnten seien nicht mehr alle Zeichnungssätze des Schiffes komplett vorhanden und Improvisationen nötig, so Mai. Diese müssten dennoch aktuelle technische Standards erfüllen sowie einer Prüfung durch die sogenannte Dienststelle Schiffssicherheit standhalten, welche Sicherheitsstandards sowie ferner Navigations- und Rettungsausrüstung unter die Lupe nimmt. Rückkehr in den Hafen der Hansestadt Die Freude über die Anfang Dezember veranschlagte Rückkehr in den Rostocker Stadthafen war den Mitgliedern der Schiffsbesatzung dennoch deutlich anzumerken. "Einmal mehr hat sich gezeigt, dass durch die Zusammenarbeit der Werftprofis mit unseren erfahrenen und engagierten Crew-Mitgliedern gesteckte Ziele erreicht und unvorhergesehene Schwierigkeiten gemeistert werden können", so Mai. Er betont dabei die Bedeutung und Freude darüber, mit der Wolgaster Werft etwaige Arbeiten noch hier zu Lande durchführen lassen zu können. Werkstattumzug des Betreibervereins steht bevor Und mit den Reparaturarbeiten am nun wieder für die Saison zertifizierten Traditionsschiff nicht genug: Auch ein Umzug des Vereins Bramschot steht bevor. Aufgrund einer teilweisen Umgestaltung des Fischereihafens zum sogenannten Ocean Technology Campus und einer Kündigung des Eigentümers, wo der Verein bislang untergekommen war, sollen in den kommenden Wochen die neuen Flächen in der Werftstraße bezogen werden. Die Entfernung vom Vereinssitz zum Liegeplatz der "Santa Barbara Anna" vergrößere sich damit jedoch, wie der Verein mitteilte. Verein in finanzieller Schieflage Die unerwarteten Ausgaben für die Schiffssanierung sowie die ohnehin mangelnden Einnahmen im Jahr der Pandemie haben ihre Spuren im Verein hinterlassen, resümierten Vorsitzender Olaf Kalweit und Skipper Mai. "Der gemeinnützige Verein befindet sich an seinen Grenzen und ist demnach dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen", so Kalweit. Nur so sei es möglich, traditionelles Seglerbrauchtum und Wissen an die kommenden Generationen weiterzugeben, so der Vereinsvorsitzende weiter. Auch interessant: Segel setzen auf der "Santa Barbara Anna" ...

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