Hochschulinformationstag : HMT wirbt um Nachwuchs

Im Schauspielstudio erklärt Prof. Marc Letzig Interessierten das Schauspielstudium.
Im Schauspielstudio erklärt Prof. Marc Letzig Interessierten das Schauspielstudium.

Zum Informationstag stellte die HMT Interessierten ihre 26 Studiengänge vor. Neu ist das Lehramtsstudium in Theater.

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06. April 2019, 15:45 Uhr

Rostock | Posaunenklang hallt durch das Kloster, zwei Etagen darüber wird Fagott gespielt und im Erdgeschoss sitzt Prof. Marc Letzig im Schauspielstudio und erklärt einer Handvoll junger Menschen und ihren Eltern, was das Schauspielstudium ausmacht. Die Hochschule für Musik und Theater (HMT) lud am Wochenende zu einem Informationstag ein. 26 verschiedene Studiengänge bietet sie an: In Orchesterinstrumenten, Schauspiel und Musikpädagogik.

1000 Bewerber auf zehn Plätze

Was jungen Nachwuchs aus aller Welt nach Rostock zieht, ist vor allem der intensive Austausch auf Augenhöhe, denkt Prof. Marc Letzig. Die HMT sei wie eine Insel: "Alle kommen von irgendwo her und lassen sich ein auf eine auffangende, eingeschworene Gemeinschaft." Bis zu 1000 Personen bewerben sich in jedem Jahr allein für das Schauspieldiplom. Zehn werden angenommen - nach einer dreistufigen Eignungsprüfung. Bewerben können sich auch Personen ohne Abitur. Denn was zählt, ist die Begabung.

Prof. Jamie Williams unterrichtet Posaune und hat Studierende aus Frankreich, Israel, Spanien, Portugal, Russland, der Türkei und Deutschland.
Katharina Golze
Prof. Jamie Williams unterrichtet Posaune und hat Studierende aus Frankreich, Israel, Spanien, Portugal, Russland, der Türkei und Deutschland.

Derzeit studieren knapp 500 Menschen an der HMT. Ein Drittel davon kommt aus 40 anderen Nationen, viele aus Asien, Russland und Spanien. "Am Ende kennt jeder jeden, das ist das, was uns ausmacht", findet Dörte Peters von der Studienverwaltung. Dazu geben auch die Freikarten Anlass: Bei allen HMT-Veranstaltungen können sich die Kommilitonen gegenseitig zusehen.

Jeder muss zur Eignungsprüfung

Bei der Einführungsveranstaltung erklärt Peters den Interessierten, dass sie sich bis zum 1. Mai bewerben können, danach beginnen die Eignungsprüfungen. Egal ob Musik auf Lehramt, ein Orchesterinstrument oder Schauspiel - den Aufnahmetest gibt es für alle.

Ein dreiviertel Jahr hat sich Martha Hänsel auf ihre Prüfung vorbereitet, und bereits zuvor jahrelang Klavier gespielt. In der Prüfung musste sie spielen, singen, Gruppen anleiten und ihre Kenntnisse im Tonsatz und Gehörbildung beweisen. Nun studiert sie im vierten Semester Musik auf Lehramt.

Ein Studium, zwei Hochschulen

Das ist auch Markus Wohlatz' Ziel. "Ich mag das Flair hier", sagt der 18-Jährige aus Bad Doberan, nah am Wasser und schön maritim sei es an der HMT. Er wird sich zum Wintersemester auf Lehramt Musik bewerben. Als zweites Fach möchte er Philosophie an der Universität Rostock studieren. Beworben werden muss sich an beiden Hochschule. Der Vorteil: Wer die Aufnahmeprüfung an der HMT geschafft hat, kommt sicher in ein zulassungsbeschränktes Fach an der Uni. Auch bekommen die Bewerber eine frühe Rückmeldung und können sich somit früher um einen Platz im Studentenwohnheim bewerben.

Lehramt Theater startet zum ersten Mal im Wintersemester. Dr. Heike Eisenhuth, Bologna-Beauftragte der HMT

Neu zum Wintersemester 2019/20 ist der Lehramtsstudiengang Theater. Bis vor zehn Jahren wurde dieses Studium noch angeboten, dann wurde Darstellendes Spiel aus dem Lehrplan in MV gestrichen. Nun darf es wieder unterrichtet werden und lässt den Studiengang wieder aufleben. Ausgesetzt wird hingegen der Studiengang Orchesterdirigieren. Dieser soll reformiert werden und zum Wintersemester 2020/21 wieder starten.

Sehr zeitintensive Studiengänge

Was alle künstlerischen Studiengänge gemein haben, gibt Dörte Peters den Interessieren noch auf den Weg: "Ihr werdet viel Zeit hier verbringen, einfach weil ihr viel üben müsst." Im Schauspielstudium sind es etwa 35 Stunden Präsenzzeit, mit Übungen sind es an die 60 Stunden pro Woche. Und der ganze Körper wird gefordert: Mit Singen, Tanzen, Akrobatik oder Fechten. Bewusst wählen sie erst Personen ab 18 Jahren aus, denn es ist ein "persönlichkeitseinschneidenes Studium", betont Prof. Marc Letzig.

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