Rostock : Zahl der Pendler in Hansestadt steigt auf Höchstwert

2018 sind rund 33.000 Berufstätige für die Arbeit nach Rostock gependelt.
2018 sind rund 33.000 Berufstätige für die Arbeit nach Rostock gependelt.

2018 sind 33.000 Menschen für die Arbeit gependelt. Gewerkschaft sieht Mangel an bezahlbarem Wohnraum als Hauptgrund.

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15. Oktober 2019, 11:21 Uhr

Rostock | Die Zahl der Pendler, die täglich in die Hansestadt pendeln steigt und hat einen neuen Höchststand erreicht. Laut der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) sind im vergangenen Jahr rund 33.000 Menschen regelmäßig von außerhalb zur Arbeit in die Stadt gekommen. "Das sind 16 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Damals zählte Rostock noch rund 29.000 sogenannte Einpendler", teilt das Rostocker IG BAU-Büro des Bezirksverbands Mecklenburg mit und bezieht sich dabei auf eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Alarmierender Trend

Laut Gewerkschafter Jörg Reppin zeigen diese Zahlen eine "alarmierenden Trend". Denn als eine Hauptursache für den Pendel-Boom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Städten. "Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die hohen Mieten und Immobilienpreise aber gerade dort nicht mehr leisten, wo in den letzten Jahren besonders viele Jobs entstanden sind", so der Bezirksvorsitzende. Die Folge seien immer längere Staus und überfüllte Züge.

Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler in Rostock mittlerweile gang und gäbe, betont Reppin. "Dabei geht nicht nur wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren. Auch die Umwelt leidet unter der Fahrerei." Nach Angaben des Umweltbundesamtes geht knapp ein Fünftel aller CO2-Emmissionen in Deutschland auf das Konto des Verkehrs.

Investitionen notwendig

Die Industriegewerkschaft warnt vor einer Zunahme der Pendlerzahlen, sollte sich das Wohnen noch weiter vom Arbeiten entfernen. Nötig sei eine drastische Wende in der Wohnungsbaupolitik. "Die öffentliche Hand muss viel mehr als bisher investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und Ballungsräumen zu schaffen. Es fehlen vor allem Wohnungen im sozialen und im bezahlbaren Segment", sagt Reppin.

Massive Investitionen seien laut Reppin aber auch im Bereich der Verkehrsinfrastruktur unverzichtbar, um die Pendler zu entlasten. "Vor allem beim Schienen-, Straßen- und Radwegenetz ist der Nachholbedarf groß." Einen Beitrag gegen das Pendeln könnten zudem die Firmen leisten - zum Beispiel, indem sie Gleitzeit oder Home-Office anbieten.

Bundesweites Problem

Die Pendler-Problematik in Rostock ist Teil eines bundesweiten Trends: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit pendelten im vergangenen Jahr 39 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in eine andere Stadt oder einen anderen Kreis zur Arbeit

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