Rostock : Sterne im Advent

Zum 2. Advent am Sonntag regt der Rostocker Pastor Markus Kiss dazu an, nie seine Ziele aus den Augen zu verlieren.
Zum 2. Advent am Sonntag regt der Rostocker Pastor Markus Kiss dazu an, nie seine Ziele aus den Augen zu verlieren.

Pastor Markus Kiss aus der Südstadtgemeinde Rostock macht sich in seiner Kolumne Gedanken zum Weihnachtsfest.

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07. Dezember 2019, 18:02 Uhr

Rostock | Sterne begegnen uns in dieser Zeit überall: In den Schaufenstern, als Lichtschmuck, auf dem Super- und Weihnachtsmarkt, an Karussellen, Glühweinständen, auf Geschenkpapier, Weihnachtskarten und Kaffeebechern … In Gold, Silber, in den Farben Rot, Blau, Gelb und Grün … Sterne, Sterne, Sterne!

Markus Kiss, Pastor der Rostocker Südstadtgemeinde
NNN

Markus Kiss, Pastor der Rostocker Südstadtgemeinde

 

Natürlich sehen sie überall sehr schön aus. Tatsächlich hat das Wort „Stern“ im Deutschen mit „strahlen“ zu tun. Strahlen – genau das tun Sterne als Schmuckelement auch. Sie erregen Aufmerksamkeit, machen neugierig und passen wunderbar in die Adventszeit.

Aber in dem Wort „Stern“ steckt noch viel mehr: „Am Himmel strahlend ausgestreutes“, das ist eine Umschreibung, die ungewohnt klingt, aber die es trifft.

Die Sterne am Himmel, des Nachts – dann wenn die Wolken zur Seite ziehen: Wie freigiebig hingeworfene Diamanten auf schwarzen Samt! Wie verschwenderisch ausgestreute Edelsteine, funkelnd und strahlend.

Wenn wir die Muße dazu haben, dann blicken wir hoffentlich nach oben. Diese „am Himmel strahlend ausgestreuten“ Sterne machen ebenfalls aufmerksam und neugierig: Wer zum Sternhimmel blickt, der hebt den Blick über den Alltag hier auf der Erde weit hinaus. Wie weit geht das? Wie groß ist das alles? Woher kommt es? Und was mache ich hier unten eigentlich?

Sterne am Nachthimmel bringen uns immer wieder zum Fragen und Staunen. In alten Zeiten maßen die Geschichtenerzähler den Konstellationen der Sterne eine Bedeutung bei: Die drei Weisen aus dem Morgenland auf dem Weg zu Krippe – ein Stern war ihr Wegweiser. Die Schiffsleute auf dem Meer richteten sich bei der Navigation nach ihnen.

Und wir? Auch wir müssen im Leben navigieren. Die Sterne in unserem Leben sind unsere Ziele. Es ist wichtig, dass wir eine weite Sicht haben mindestens wie ein Seefahrer – so wie sie uns beim Blick auf den sternenübersäten Nachthimmel vor Augen steht: Woher kommt das alles? Was wollen wir in unserem Leben erreichen? Das ist ein Stern. Was kann ich tun, damit die Welt sich verändert zum Guten? Noch ein Stern. Und jetzt im Advent: Wie wird es wirklich Weihnachten? Der Weihnachtsstern gibt Antwort: Durch die Geburt von kindlich Neuem in uns und dieser Welt, dort wo wir es am wenigsten erwarten. Damals … in einer Krippe … in einem Stall. Und heute? In unserem Leben?

Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie auf Sterne blicken auf Geschenkpapier, an Glühweinständen und im Supermarkt: Halten Sie in den nächsten Tagen einmal inne, richten den Blick innerlich auf den Sternenhimmel – auch wenn gerade ein Dach dazwischen ist. Schauen Sie zu den Sternen auf, auch wenn eine Wolke, Stressgedanken und Hast den Blick verstellen. Finden Sie Ihren Leitstern, so wie die Seefahrer, und folgen Sie ihm bis zum Hafen. Folgen Sie dem Weihnachtsstern wie die drei Weisen aus dem Morgenland bis zur Krippe! Dass Sie, liebe Leser, den Stern finden und ihm beharrlich folgen bis zum Ziel, dazu helfe Gott selbst. Eine gute Adventszeit!

Weiterlesen: Dem Advent den persönlichen Klang verleihen – Pastorin Stefanie Schulten zum 1. Advent

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