Rostock : NNN-Leser schauen hinter die Kulissen der Stadtwerke

Bei einem exklusiven Rundgang erklärt Rainer Bludau (2. v. r.), Hauptabteilungsleiter Erzeugung der Stadtwerke Rostock, NNN-Lesern, wie die Turbinen in Block 3 arbeiten.
Bei einem exklusiven Rundgang erklärt Rainer Bludau (2. v. r.), Hauptabteilungsleiter Erzeugung der Stadtwerke Rostock, NNN-Lesern, wie die Turbinen in Block 3 arbeiten.

Beim Leserforum werden Teilnehmer durch das Kraftwerk geführt und erfahren Wissenswertes über die Energie der Zukunft.

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09. Mai 2019, 21:29 Uhr

Rostock | Die Lüftungsanlagen dröhnen. So laut, dass nur schwer zu verstehen ist, was Rainer Bludau, Hauptabteilungsleiter Erzeugung der Stadtwerke Rostock, bei der Führung durch die Anlage in Schmarl erklärt. Dabei ist der Block für den exklusiven Rundgang am Donnerstagabend extra heruntergefahren worden. 20 NNN-Leser durften an der Führung teilnehmen, um einzigartige Einblicke in die Abläufe hinter den Kulissen des Kraftwerks zu bekommen. Die gibt es in unserer Bildergalerie.

"Ich bin Elektro-Techniker, das ist also mein Metier", sagt NNN-Abonnent Reinhard Roß. Die Anlage der Stadtwerke habe er allerdings noch nie von innen gesehen. Ein Grund für ihn, sich für das Leserforum zu bewerben. In der Kantine der Stadtwerke erklärt Vorstandschef Oliver Brünnich zunächst die Struktur des Unternehmens und legt einige Zahlen vor. 544 Beschäftigte, 140.000 Netzkunden, 2000 Kilometer Spannungskabel in ganz Rostock. Die Zahlen erstaunen. In den nächsten Jahren gebe einiges zu tun, so Brünnich. "Der Masterplan Klimaschutz sieht vor, alle Emissionen bis 2050 um 95 Prozent zu senken. Das ist ein großes Ziel", sagt der Stadtwerke-Chef. Dazu brauche es neue Speicher-Möglichkeiten und Power-To-Heat-Systeme. "Aber wir sind auf einem guten Weg", sagt Brünnich zuversichtlich.

In der Kantine der Stadtwerke
    erklärt Vorstandschef Oliver Brünnich zunächst die Struktur des
    Unternehmens und legt einige Zahlen vor: 544 Beschäftigte,
    140.000 Netzkunden, 2000 Kilometer Spannungskabel in ganz
    Rostock.
Georg Scharnweber

In der Kantine der Stadtwerke erklärt Vorstandschef Oliver Brünnich zunächst die Struktur des Unternehmens und legt einige Zahlen vor: 544 Beschäftigte, 140.000 Netzkunden, 2000 Kilometer Spannungskabel in ganz Rostock.

Vorbei am Umwälzpumpenhaus geht es mit Rainer Bludau in die Blockwarte. Von dort überwachen Mitarbeiter die einzelnen Anlagen. "Es kommen reguläre Meldungen und Warnmeldungen rein", sagt Bludau. Die Station ist rund um die Uhr besetzt, es wird in fünf Schichten gearbeitet. Wenn Starkwind herrscht, gehen die Kollegen vom Steinkohlekraftwerk vom Netz, erklärt Bludau. Dann müsse in Schmarl mehr produziert werden. "Primat ist es immer, Rostock mit Strom zu versorgen", unterstreicht der Abteilungsleiter. Am meisten verbraucht wird zu Spitzenzeiten: "Kurz vor der Tagesschau und morgens zwischen 6 und 8 Uhr", weiß der Werksmitarbeiter. Auf den Bildschirmen in der Blockwarte ist alles im grünen Bereich.

Alles im grünen Bereich: In der Blockwarte überwachen die Stadtwerke-Mitarbeiter alle Anlagen rund um die Uhr.
Georg Scharnweber

Alles im grünen Bereich: In der Blockwarte überwachen die Stadtwerke-Mitarbeiter alle Anlagen rund um die Uhr.

Nachdem jeder einen Helm bekommen hat – ohne ist der Zutritt nicht gestattet – geht es in das Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerk. 24 Megawatt schaffen die 40 Millionen Euro teuren Spezialanfertigungen. Die erste wurde im Oktober 2017 in Betrieb genommen und von Siemens extra für den Versorger der Hansestadt entworfen – eine bisher einzigartige Installation in Deutschland. Es sei interessant zu sehen, was alles im Hintergrund läuft, sagt Forumsteilnehmer Michael Gödke. "Ich bin erstaunt, wie groß das Netz ist und wie klein eigentlich die Maschinen. Es ist alles sehr kompakt und sehr modern", so der Rostocker.

Nachdem jeder einen Helm bekommen hat geht es in das
    Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerk. 24 Megawatt schaffen die 40
    Millionen Euro teuren Spezialanfertigungen.
Georg Scharnweber

Nachdem jeder einen Helm bekommen hat geht es in das Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerk. 24 Megawatt schaffen die 40 Millionen Euro teuren Spezialanfertigungen.

Zum Abschluss des exklusiven Rundgangs durften die Teilnehmer noch mit aufs Dach des Kraftwerks. Dort wurde deutlich, wie nah es an der Warnow liegt und dass es von viel Grün umgeben ist – noch jede Menge Platz also für den geplanten neuen Speicher der Stadtwerke Rostock. Ausklingen sollte der Abend bei einem Imbiss im lockeren Gespräch mit Vorstandschef Oliver Brünnich und Mitarbeiter Rainer Bludau.

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