Rostock : Jüdisches Lebensgefühl begeistert Kulturszene

Die Hansestadt fördert jüdische Kulturtage. Kultur-Amtsleiterin Michaela Selling, Steffi Katschke vom Max-Samuel-Haus sowie Juri Rosov und Ilona Jerjomin von der Jüdischen Gemeinde stellen Veranstaltungen vor.
Die Hansestadt fördert jüdische Kulturtage. Kultur-Amtsleiterin Michaela Selling, Steffi Katschke vom Max-Samuel-Haus sowie Juri Rosov und Ilona Jerjomin von der Jüdischen Gemeinde stellen Veranstaltungen vor.

Die 4. Aktionstage werden von 15 Kooperationspartner organisiert und von der Hansestadt gefördert.

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03. Oktober 2019, 10:02 Uhr

Rostock | Beim Festival der jüdischen Kunst und Kultur vom 16. Oktober bis 6. November gibt die jüdische Gemeinde einen Einblick in das Leben, die Geschichte und in die facettenreiche Fülle der eigenen Kultur. Mit 15 Kooperationspartnern konnten 14 Veranstaltungen in Rostock organisiert werden. Den Auftakt machen am 16. Oktober die Universitätsbuchhandlung Hugendubel und das Literaturhaus Rostock. Zusammen richten sie einen Abend mit israelischen Speisen, koscherem Wein und einer Lesung mit dem Thema „Zeitgenössische jüdische Literatur“ aus. Zu den Veranstaltungen gehören Konzerte, Kabarett, Malerei und Filmvorführungen.

Hansestadt fördert die Kulturtage

Zur Geschichte: 2004 zog die jüdische Gemeinde in ihr Zentrum in der Augustenstraße 20. Als Ort für interreligiöse Begegnungen ist es inzwischen fest in die Hansestadt integriert. Das belegen auch die Mitgliederzahlen, die seitdem auf 700 angewachsen sind. „Wir sind angekommen“, sagt der Gemeindevorsteher Juri Rosov. Umso dankbarer sei er für die Kulturtage, die ohne zahlreiche Partner nicht möglich gewesen seien.

Neben dem Zentralrat der Juden, der drei große Veranstaltungen finanziert, fördert die Hansestadt wieder einen Teil der Kosten. „Wir wollen das künstlerische und kulturelle Potenzial des jüdischen Volkes ins Rostocker Leben transportieren“, erklärt Michaela Selling, Amtsleiterin für Kultur, Denkmalpflege und Museen. Sie wünsche sich einen gewissen „Wow-Effekt“ für die Universitätsstadt. Neu dabei ist das Theater des Friedens, das die Faszination der Kulturtage für sich entdeckt hat.

Chagall in der Bühne 602

Eine besondere Veranstaltung ist dabei erst zum Ende der Planungen entstanden und ist deshalb nicht im Programmheft aufgeführt. Veranstaltungsbegleitend präsentiert die Bühne 602 während der Kulturtage eine Ausstellung von Kindern und Jugendlichen aus dem jüdischen Malzirkel. Ihre Werke wurden von Marc Chagall, dem bekannten französischen Maler russisch-jüdischer Abstammung, inspiriert.

Programm

  • Mittwoch, 16. Oktober / Buchhandlung Hugendubel, Kröpeliner Straße 41 / 19.30 Uhr: Eröffnung der 4. Jüdischen Kulturtage mit Kostproben israelischer Speisen und koscheren Weins; 20.15 Uhr: Lesung zum Thema „Zeitgenössische jüdische Literatur“
  • Donnerstag, 17. Oktober / Lichtspieltheater Wundervoll, Friedrichstraße 23 / 17.30 Uhr: Filmvorführung „Oscar“, Gespräch mit dem Autor Alexander Smoljanski, Moderation: Juri Rosov
  • Mittwoch, 23. Oktober / Jüdischen Gemeinde Rostock, Augustenstraße 20 / 18 Uhr: Konzert „Clarinetomania“, Klarinetten zwischen Klezmer und Jewish Soul
  • Sonnabend, 26. Oktober / Theater des Friedens, Doberaner Str. 5 / 19.30 Uhr: Youkalí! Dresdner Musikerinnen mit ihrem Programm „Seiltänzerin ohne Netz“
  • Sonntag, 27. Oktober / Jüdischen Gemeinde Rostock, Augustenstraße 20 / 16 Uhr: Rabbiner Zsolt Balla und Rabbiner Daniel Fabian. Durch das jüdische Jahr.
  • Montag, 28. Oktober / Lichtspieltheater Wundervoll, Friedrichstraße 23 / 19 Uhr: BÖLL-Montagskino, Film und Gespräch „Lebenszeichen - Jüdischsein in Berlin“
  • Dienstag, 29. Oktober / Max-Samuel-Haus, Schillerplatz 10 / 19 Uhr: Jüdische Gauchos. Eine musikalische Lesung mit Lucian Plessner.
  • Donnerstag, 31. Oktober / Peter-Weiss-Haus, Doberaner Straße 21 / 15 Uhr: Kinderoper „Das Tierhäuschen“ mit dem Musiktheater Lori (Berlin)
  • Sonnabend, 2. November / Bühne 602, Warnowufer 55 / 20 Uhr: „Lerne lachen, ohne zu weinen“ mit Sharon Brauner, Karsten Troyke und Gerhard Kämpfe
  • Sonntag, 3. November / Kirche Warnemünde, Kirchenstraße 1 / 17 Uhr: Klezmer trifft Derwisch trifft Orgel
  • Montag, 4. November / Foyer des Rathauses, Neuer Markt 1 / 16 Uhr: Ausstellungseröffnung mit Werken von Künstlern der jüdischen Gemeinde
  • Dienstag, 5. November / Foyer des Rathauses, Neuer Markt 1 / 18 Uhr: Diskussion zum Thema "War Jesus ein Messias? Jüdische vs. christliche Sicht"
  • Mittwoch, 6. November, Bühne 602, Warnowufer 55 / 18 Uhr: „Liebe mit Hindernissen“, Schauspiel des Jüdischen Theaters „Schalom“ (Moskau)

Weitere Informationen: Jüdischen Gemeinde Rostock, Tel. 0381 4590724

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