Rostock : Immer mehr abgewanderte Mecklenburger kehren zurück

Christin Holter, Sprecherin der Agentur mv4you, steht im Büro vor Postkarten von Kunden und Interessenten. Die vom Wirtschaftsministerium geförderte Agentur will Chefs und Jobsuchende zusammenbringen, die nach Mecklenburg-Vorpommern zurückkommen wollen. Es sind nach Holters Erfahrung vor allem junge Familien ab 30 und die Gruppe der Ü50, die an einer Rückkehr interessiert sind. Es häufen sich die Anfragen von Urlaubern, die nach einem Aufenthalt in M-V ihren Lebensmittelpunkt in den Nordosten verlegen möchten. Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Christin Holter, Sprecherin der Agentur mv4you, steht im Büro vor Postkarten von Kunden und Interessenten. Die vom Wirtschaftsministerium geförderte Agentur will Chefs und Jobsuchende zusammenbringen, die nach Mecklenburg-Vorpommern zurückkommen wollen. Es sind nach Holters Erfahrung vor allem junge Familien ab 30 und die Gruppe der Ü50, die an einer Rückkehr interessiert sind. Es häufen sich die Anfragen von Urlaubern, die nach einem Aufenthalt in M-V ihren Lebensmittelpunkt in den Nordosten verlegen möchten. Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Die Zahl der Menschen, die dauerhaft nach MV zurückkehren, steigt. Viele nehmen dafür Abstriche in Kauf.

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07. Januar 2019, 08:51 Uhr

Rostock | Immer mehr abgewanderte Mecklenburger und Vorpommern kehren nach Angaben der Agentur mv4you in den Nordosten zurück. „Das Interesse steigt stets und ständig“, sagt Christin Holter von der Agentur. Gefördert vom Wirtschaftsministerium, will mv4you Chefs und Jobsuchende zusammenbringen, die zurückkommen wollen. Es sind nach Holters Erfahrung vor allem junge Familien ab 30 und die Gruppe der über 50-Jährigen, die an einer Rückkehr interessiert sind. Die einen seien oft zum Studium weggegangen, hätten einige Jahre gearbeitet und wollten nun ins ruhigere Mecklenburg-Vorpommern zurück. Auch die Nähe zu den Eltern, die bei den kleinen Kindern helfen können, spiele eine Rolle.

Die zweite Gruppe seien die über 50-Jährigen. „Die waren zum Teil lange im Ausland und nun steht die Pflege der Eltern an“, sagt Holter. Oder sie wollten die Grundstücke der Eltern übernehmen. In der Regel gehe es bei allen um Heimatverbundenheit und Lebensqualität. „Wir haben hier die Wassernähe, fast überall“, erklärt Holter.

Die meisten Rückkehrer gehen nach ihren Worten zwar in die Städte, aber nicht nur. Wer regional verankert ist, sehe über Vieles hinweg.„Viele sagen, dass sie dafür Abstriche machen - auch finanziell.“ Firmen im Nordosten könnten häufig nicht die Perspektiven bieten wie große Unternehmen im Westen. „Es gibt hier keine klassische Konzernstruktur.“ Dafür aber viele kleine Ansiedlungen und Start-Ups, „die kleine Exoten sind“. Neben dem schon jetzt drängenden Fachkräftemangel wird nach Holters Einschätzung die Nachfolge von Firmenchefs in den nächsten Jahren relevant.

Zwischen 2013 und 2017 sind dem Statistischen Amt zufolge jedes Jahr mehr Menschen nach MV gezogen als abgewandert. Zuzügler kommen vor allem aus den Nachbarländern und Berlin in den Nordosten. Besonders beliebt waren 2017 der Landkreis Ludwigslust-Parchim, gefolgt von Rostock und den beiden Vorpommern-Kreisen. Bei den Zuwanderern handelt es sich aber nicht nur um Rückkehrer.

Die Agentur kümmerte sich ursprünglich nur um Rückkehrer, mittlerweile aber auch darum, Fach- und Führungskräfte für Firmen in MV anzuwerben. Ansprechpartner ist mv4you für alle Interessierten: „Tatsächlich häufen sich die Anfragen von Urlaubern, die nach einem Aufenthalt in MV ihren Lebensmittelpunkt hierher verlegen möchten“, sagt Holter.

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