Rostock : Im Liwu wird es „AbGedreht“

Nicht nur Erwachsene sind betroffen, auch Kinder können unter Depressionen leiden.
Nicht nur Erwachsene sind betroffen, auch Kinder können unter Depressionen leiden.

Rostocker Gesundheitsamt veranstaltet 14. Rostocker Film- und Kulturtage.

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12. September 2019, 10:00 Uhr

Rostock | Vom 19. bis 25. September finden die 14. Rostocker Film- und Kulturtage "AbGedreht" zur seelischen Gesundheit im Lichtspieltheater Wundervoll (Liwu) statt. In langjähriger traditioneller Zusammenarbeit des Gesundheitsamtes Rostock mit Vertretern des sozialpsychiatrischen Versorgungssystems und der Selbsthilfe sowie mit Unterstützung des Liwu wurde wieder ein interessantes Programm mit ausgewählten Dokumentar- und Spielfilmen organisiert.
 

Psychisch Kranke haben es schwer

„Die Rostocker Filmwoche zur seelischen Gesundheit setzt wiederholt ein Zeichen gegen Vorurteile und Stigmatisierung psychischer Erkrankungen, auch wenn durch vielfältige Aufklärungsmaßnahmen in den letzten Jahren viel für eine Enttabuisierung erreicht wurde“, unterstreicht Rostocks Sucht- und Psychiatriekoordinatorin im Gesundheitsamt, Dr. Antje Wrociszewski. In Deutschland haben es psychisch kranke Menschen, vor allem Menschen mit schwereren und chronischen psychischen Erkrankungen, nach wie vor in vielen gesellschaftlichen Bereichen schwer, obwohl psychisch kranke Menschen mit körperlich kranken Menschen sozialrechtlich gleichgestellt sind.

Sensibilisierung und Relativierung von Vorurteilen

Damit für Betroffene Selbstbestimmung und Teilhabe möglich werden, aber auch Prävention gelingen und Unterstützungsangebote in Anspruch genommen werden können, muss weiter beharrlich für ein vorurteilsfreies gesellschaftliches Klima im Umgang mit psychischen Erkrankungen eingetreten werden. Darum bemühen sich die Vertreter der Rostocker Sozialpsychiatrie. Sie bieten mit den Rostocker Film– und Kulturtagen zur seelischen Gesundheit Informationen und Gespräche über verschiedene psychische Störungen, um zur Sensibilisierung sowie Relativierung von weitverbreiteten Vorurteilen gegenüber psychisch erkrankten Menschen beizutragen, Berührungsängste abzubauen, aber auch Unterstützung aufzuzeigen.

Schokolade hilft nicht gegen Depressionen

Das Thema Depression steht wieder auf dem Programm, da es in Deutschland große Wissenslücken dazu gibt. Wie die Ergebnisse einer Umfrage aus dem Jahr 2017 im Deutschland-Barometer Depression zeigten, schätzt fast jeder Fünfte ein, dass sich Betroffene zusammenreißen sollten. Ein weiteres knappes Fünftel hält Schokolade für ein geeignetes Hilfsmittel gegen Depressionen. So beginnt die Filmwoche am 19. September mit einer Dokumentation zum Thema Depression für Berufsschüler medizinischer Ausbildungsberufe. Zum gleichen Thema veranstaltet das Rostocker Bündnis gegen Depression e.V. am 24. September im Liwu einen Abend mit einer Lesung von und mit Gertrud Luise Preuß sowie mit dem Dokumentarfilm „F 32.2“ der Regisseurin Annelie Boros.

Internationale Einblicke

Aktuelle Dokumentarfilme setzen sich mit psychischen Erkrankungen in einer globalisierten Welt auseinander. So widmen sich die Dokumentarfilme „Crazywise“ und „Die Krankheit der Dämonen“ dem Umgang mit psychischen Erkrankungen unter indigenen Völkern sowie schwierigen Situationen von Menschen mit psychischen Krankheiten in Burkina Faso.

Woche der Demenz

In diesem Jahr fällt die 14. Rostocker Filmwoche in die „Woche der Demenz“ rund um den Welt-Alzheimertag. Anlassbezogen widmen sich ein Spiel- und ein Dokumentarfilm dem Thema.

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