Rostock : Deshalb muss die Kunsthalle zwei Jahre schließen

von 02. Januar 2020, 20:00 Uhr

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Nach der kommenden Udo-Lindenberg-Ausstellung ist Schluss. Danach wird das Hauptgebäude der Rostocker Kunsthalle für etwa zwei Jahre geschlossen.
Nach der kommenden Udo-Lindenberg-Ausstellung ist Schluss. Danach wird das Hauptgebäude der Rostocker Kunsthalle für etwa zwei Jahre geschlossen.

Zum Ende noch ein großes Finale: Ab Mai ist eine Ausstellung über Udo Lindenberg zu sehen. Danach ist vorerst Schluss.

Rostock | Ab Mai ist es soweit: Die Rostocker Kunsthalle wird für fünf Monate zum "Udoversum". Denn kurz nach der Ausstellung zum Jubiläum des Mauerfalls vor 30 Jahren in Leipzig eröffnet dann eine Sonderschau zum Lebenswerk des Rockmusikers Udo Lindenberg. Doch für Kunsthallen-Freunde wird es damit vorerst die letzte Möglichkeit sein, den 60er-Jahre-Bau zu besuchen, bestätigt nun Kunsthallenchef Uwe Neumann. Durch die Sanierung soll der Ausstellungsort barrierefrei werden Ab 1. September werde das Hauptgebäude für zwei Jahre schließen müssen, da eine millionenschwere Komplettsanierung geplant sei, so Tina Breyer vom Kommunalen Eigenbetrieb für Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE). Dabei sei der Beginn der Umbaumaßnahmen extra für die Udo-Lindenberg-Ausstellung auf den spätmöglichsten Zeitpunkt nach hinten verschoben worden. In einem ersten Bauabschnitt werde für mehr als sieben Millionen Euro die Haustechnik wie Klima- und Lüftungstechnik sowie Wände und Decken erneuert, so Breyer. Damit die gesamte Kunsthalle komplett barrierefrei erreichbar wird, plant der KOE außerdem, einen Fahrstuhl einzubauen. Die Umbauten und Sanierungen im Innern fördert die Europäische Union mit mehr als vier Millionen Euro. Schwierige Lage beim Baugewerbe stellt Herausforderung dar Der Rest werde laut Breyer, wie auch die Erneuerung der Fassade und der Außenanlagen, für mehr als eine Million Euro in einem zweiten Bauabschnitt aus Eigenmitteln des KOE sowie durch Kredite gestemmt. "Eine grundsätzliche Herausforderung stellt die anhaltend schwierige Lage auf dem Markt für Bau- und Ingenieursleistungen dar, die es in der jüngeren Vergangenheit zunehmend schwerer macht, zum einen die zeitlichen Planungen und zum anderen die Kostenplanungen einzuhalten." Doch diese Probleme gebe es zur Zeit bei allen Sanierungs- und Neubauvorhaben und stellten daher keine Besonderheit dar. Ausstellungsbetrieb soll an anderen Orten weiter gehen Und was passiert in der Zwischenzeit mit den Mitarbeitern? Laut Neumann, dem Vorsitzenden des Vereins pro Kunsthalle, werden im neu errichteten Schaudepot weiter kleinere Ausstellungen gezeigt. Außerdem soll die Sammlung, die vorwiegend aus Exponaten von Künstlern aus MV besteht, auf Reisen gehen. Derzeit werde aber noch nach Ausweichquartieren in der Hansestadt gesucht. Wird Uecker-Kasten während der Umbauten realisiert? Wenn es nach Neumann geht, könnte die Sanierungszeit noch ganz anders genutzt werden: Der Bau des Uecker-Kastens, in dem Werke des Crivitzer Künstlers Günther Uecker ausgestellt werden sollen, könnte ebenfalls erfolgen. Denn drei Planungsbüros hätte bereits Vorschläge für eine Realisierung gemacht. Jedoch: "Ob der Uecker-Kasten gebaut werden soll, muss die neue Bürgerschaft entscheiden", so Neumann. Dafür möchte er in Kürze einen neuen Vorstoß unternehmen. Im Herbst 2022 soll die Kunsthalle nach der umfangreichen Sanierung wieder eröffnen. Neumann will dabei eins erreichen: "Ich hoffe, dass die Aura des Hauses erhalten bleibt." ...

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