Rostock : Bürger können über Bauprojekte abstimmen

Nun sind die Dierkower gefragt: Stadtteilmanager Christian Hanke ruft alle Einwohner auf, sich bis zum 20. Juni an der Abstimmung über kleinere Bauprojekte zu beteiligen.
Nun sind die Dierkower gefragt: Stadtteilmanager Christian Hanke ruft alle Einwohner auf, sich bis zum 20. Juni an der Abstimmung über kleinere Bauprojekte zu beteiligen.

Toitenwinkler, Dierkower und Schmarler können über Ausgaben in Höhe von 50.000 Euro entscheiden. Doch es gibt Kritik.

svz.de von
15. Juni 2019, 08:00 Uhr

Rostock | Mit der Frage "Was wollen Sie?" ruft Quartiermanager Christian Hanke alle Dierkower auf, bis zum 20. Juni mit abzustimmen, welche Bauprojekte im Stadtteil realisiert werden sollen. "Ab heute kann gewählt werden", erklärte Hanke auf der Ortsbeiratssitzung von Neu-Dierkow am Dienstag. In diesem Jahr stehen neue Spielgeräte für den Schulhof der Grundschule Ostseekinder, die Sanierung von Treppenstufen zwischen Dierkower Höhe und Dierkower Kreuz sowie der Umbau des Durchgangs bei der Kurt-Schumacher Straße 172/173 zur Wahl. Bis zum Wochenende sollen Stimmzettel an alle Dierkower Haushalte verteilt sein. Jeder hat zwei Stimmen.

Wir haben in den letzten Monaten durch Gespräche mit dem Bauausschuss des Ortsbeirates und Vorortterminen die Vorschläge abgewogen. Christian Hanke, Quartiermanager Dierkow

In den drei Stadtteilen Toitenwinkel, Dierkow und Schmarl können durch das Bundes-Städtebauprogramm Soziale Stadt Projekte bis zu einer Grenze von 50.000 Euro unter der Beteiligung der Bürger kurzfristig umgesetzt werden.

Ortsamtsleiter und Beiratsvorsitzende äußern Kritik, Hanke widerspricht

"Jedes Mal, wenn ich solche Projekte sehe, bin ich enttäuscht", sagt Ortsamtleiter Wolfgang Westphal. Denn alle Vorschläge bis auf die Spielgeräte für die Grundschule seien Sanierungsmaßnahmen. Die sieht er als Aufgabe der Stadt, die nicht über Bürgerprojekte finanziert werden sollte.

Ähnlich kritisiert Anke Knitter (SPD), Ortsbeiratsvorsitzende in Toitenwinkel, die Auswahl der Projekte in ihrem Stadtteil: "Deshalb gab es immer wieder Diskussionen, inwieweit zum Beispiel Straßenbeleuchtung oder die Ausbesserung von Gehwegen finanziert oder teilfinanziert werden sollen." Das Geld sollte lieber eingesetzt werden, um den Nachholbedarf im Vergleich zu besser gestellten Quartier auszugleichen. Auch die Toitenwinkler sollen in Kürze über ihre Projekte abstimmen.

Stadtteilmanager Hanke widerspricht der Kritik: "Das sind genau die Sachen, bei denen der Schuh drückt." Es sei Ausdruck dessen, was sich die Menschen am meisten wünschten. In jedem Gebiet gebe es Geh- und Radwege, die desolat sind. Gerade für solche Projekte seien die Städtebaufördermittel da, ohne die eine Finanzierung nicht möglich sei.

In Schmarl, dem dritten Stadtteil, können die Bürger bis zum 28. Juni abstimmen. Zur Wahl stehen die Aufpflasterung an der Kreuzung Kolumbusring/Vitus-Bering-Straße, die Finanzierung einer Raumtrennwand im Haus 12, die Instandsetzung eines Weges am Schmarler Bach und die Sanierung eines Wendehammers im Stephan-Jantzen-Ring.

Dierkower Stimmerergebnis wird im Bürgerforum verkündet

Dierkower können sich am 18. Juni um 16.30 Uhr an der Grundschule Ostseekinder, beim Tunnel im Kurt-Schumacher-Ring um 17 Uhr oder den Treppenstufen an der Dierkower Höhe um 17.30 Uhr die vorgeschlagenen Projekt erklären lassen. Die ausgefüllten Stimmzettel können im Stadtteil- und Begegnungszentrum (SBZ) Dierkow oder dem Ortsamt abgeben werden.

Wie bereits in den Vorjahren besteht die Möglichkeit am Bürgerforum am 20. Juni um 17.30 Uhr im SBZ teilzunehmen und auch vor Ort abzustimmen. Dort werden die Stimmzettel ausgezählt und das Wahlergebnis bekannt gegeben.

Auch für die Abstimmung im nächsten Jahr gibt es einen ersten Vorschlag: Nach der Sanierung einer Turnhalle direkt neben dem SBZ soll eine Turninsel für Parkourläufer auf dem Außengelände gebaut werden.

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