Registrierungsaktion : Rostocker helfen der kleinen Lilly

Großer Einsatz für Lilly: Hunderte Menschen lassen sich als mögliche Stammzellenspender registrieren.
Großer Einsatz für Lilly: Hunderte Menschen lassen sich als mögliche Stammzellenspender registrieren.

Hunderte Menschen versammeln sich in der Neptun-Schwimmhalle, um sich als mögliche Stammzellenspender zu registrieren.

svz.de von
21. Juli 2019, 20:00 Uhr

Rostock | Bereits eine halbe Stunde vor Aktionsbeginn ist die Neptun-Schwimmhalle gut gefüllt und die Mitarbeiter der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) sowie die 70 freiwilligen Helfer haben bereits alle Hände voll zu tun. Am Sonntag haben sich hunderte Rostocker ins Schwimmbad begeben, um sich für eine mögliche Stammzellenspende registrieren zu lassen. Denn die kleine Lilly ist gerade einmal wenige Monate alt und muss bereits um ihr Leben kämpfen.

Probe wird per Wattestäbchen entnommen

Ohne passenden Spender wird sie nach Ansicht der Ärzte nicht älter als zwei Jahre werden. Um dem kleinen Mädchen, aber auch vielen anderen ein glückliches Leben zu ermöglichen, fand deshalb eine große Registrierungsaktion statt. "Durch eine Entnahme von Schleimhautzellen mit Hilfe eines Stäbchens kann man sich ganz einfach als Spender erfassen lassen", erklärt Nils Birkner, Arbeitskollege und Freund der Eltern, welcher die Aktion unter anderem ins Rollen brachte. "In 80 Prozent der Fälle ist es auch möglich, die passenden Stammzellen durch eine Blutwäsche zu erhalten. Eine schmerzhafte Entnahme der Knochenmarksflüssigkeit ist somit nicht notwendig."  

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Großes Engagement der Rostocker

Auch Stefanie Doss von der DKMS freute sich über den starken Einsatz vieler Menschen. "Es ist großartig, wie viele an diesem Tag gekommen sind mit dem Ziel, anderen zu helfen." Die DKMS-Mitarbeiterin betonte noch einmal, wie wichtig es sei, dass Aktionen wie diese regelmäßig stattfinden. Denn eine genaue Krankenzahl ist nicht erfassbar. "Alle 15 Minuten erkrankt ein Mensch an Blutkrebs", weiß Doss. Insbesondere wenn nur wenig Zeit bleibt, sei schnelles Handeln erforderlich.  

Mit diesem Flugblatt ruft die Gruppe zur Registrierung auf.
DKMS/Privat
Mit diesem Flugblatt ruft die Gruppe zur Registrierung auf.
 

"Der Vater der kleinen Lilly schilderte mir seinen Fall per Mail und fragte, ob Hilfe möglich sei. Zu der Zeit war ich in Rostock und wir haben uns sofort getroffen", berichtet Doss. Innerhalb von zwölf Tagen war die ganze Aktion organisiert. "Schirmherr der Veranstaltung wurde Oberbürgermeister Roland Methling, welcher einige Türen öffnete. So konnte die Neptun-Schwimmhalle als Ort gewonnen werden", sagt Doss.

Es dauert keine fünf Minuten

Rostocker Christian Czieschke kam am Sonntag ins Neptun-Schwimmbad, um sich als möglicher Stammzellenspender erfassen zu lassen. "Ich bin hergekommen, um anderen Menschen zu helfen. Die Registrierung ist schmerzfrei und dauert keine fünf Minuten. Das sollte jeder machen, der es kann", sagte der Familienvater.

Auch für die Rostocker Studentinnen Julia Degner und Lisa Golüke war klar, dass sie helfen wollen. "Im Vorfeld waren schon Plakate in den Bahnen zu sehen, welche zum Nachdenken anregten. Deshalb waren wir heute hier", sagt Lisa Golüke.

Hilfe für Lilly: Die Studentinnen Julia Degner (l.) und Lisa Golüke registieren sich als mögliche Stammzellenspender.
Karsten Seifert
Hilfe für Lilly: Die Studentinnen Julia Degner (l.) und Lisa Golüke registieren sich als mögliche Stammzellenspender.


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