Rostock Lichtenhagen : Prozess nach Kindstötung - Neugeborenes in Frühlingsnacht abgelegt

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Der an Unterkühlung gestorbene Säugling wurde am Nachmittag von einer Passantin gefunden.

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09. Januar 2020, 13:58 Uhr

Rostock | Wegen der Tötung ihres Neugeborenen muss sich von Ende Januar an eine 26-jährige Frau vor dem Landgericht Rostock verantworten.

Die Frau soll in der Nacht zum 25. Mai 2019 im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen neben einer Tischtennisplatte ein Mädchen entbunden und es dann seinem Schicksal überlassen haben, teilte das Gericht am Donnerstag mit.

Nach der Geburt habe sie das Kind auf einem Rasenstück nackt hinter Sträuchern bei Temperaturen zwischen 11 und maximal 19 Grad abgelegt. Sie habe dabei billigend in Kauf genommen, dass das hilflose Neugeborene wegen der niedrigen Temperaturen und aufgrund der fehlenden Versorgung sterben könnte.

An Unterkühlung verstorben

Sie habe den Ablageort so gewählt, dass das Kind nicht schnell gefunden werden konnte. Damit hat sie sich laut Anklage des Totschlags schuldig gemacht.

Der an Unterkühlung gestorbene Säugling wurde am Nachmittag von einer Passantin gefunden. Der Polizei war es gelungen, durch Nachfragen im Wohnviertel die Beschuldigte als mögliche Mutter festzustellen, was sie auch bestätigte. Ein Haftbefehl wurde unter der Voraussetzung ausgesetzt, dass sich die Frau in eine psychiatrische Einrichtung begibt, aus der sie wenige Wochen später entlassen wurde.

Die junge Frau stehe nun unter Betreuung. Sie ist den Angaben zufolge alleinerziehende Mutter eines fünfjährigen Jungen. Sie werde in ihrem täglichen Leben durch ihre Eltern unterstützt, denen gegenüber sie die Schwangerschaft bis zuletzt verheimlicht habe.

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