Protest in Rostock : Nabu fordert mehr "Gärten statt Profite"

Mit einer sechstägigen Mahnwache wollen Nabu-Aktivisten für mehr Stadtgrün demonstrieren.
Mit einer sechstägigen Mahnwache wollen Nabu-Aktivisten für mehr Stadtgrün demonstrieren.

Ab 20. August halten Aktivisten eine sechstägige Mahnwache auf dem Groten Pohl ab.

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15. August 2019, 08:05 Uhr

Rostock | Unter dem Motto "Gärten statt Profite" hält der Naturschutzbund (Nabu) Mittleres Mecklenburg ab Dienstag, 20. August, eine sechstägige Mahnwache im Bebauungsgebiet Am Südring am Groten Pohl ab, um so für den Erhalt allen Stadtgrüns zu demonstrieren. Hier sollen Gewerbe-, Verkehrsflächen und Luxuswohnungen entstehen. Bis zum Jahr 2035 sollen laut Stadtplanung insgesamt mehr als 400 Hektar Grün und Kleingärten für Bebauung in der Hansestadt weichen, kritisiert der Nabu. Dafür wurden allein im vergangenen Winter über 1000 Bäume gefällt und gut 500 Kleingartenparzellen gekündigt. Diese seinen aber gerade in Zeiten steigender Temperaturen durch den Klimawandel notwendig als Frischluftkorridore, Rückzugsort für die Artenvielfalt sowie Erholungsraum für die Menschen.

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Und: Gärten am Groten Pohl sollen zwischenverpachtet werden

Grüne Stadt am Meer, statt Bäume fällen

"Rostock will die ,grüne Stadt am Meer' sein, aber Hunderte geschützte Bäume wurden erst berücksichtigt, als der Nabu dies forderte", so die Aktivisten. "Die Kündigung sämtlicher Kleingärten wurde durchgesetzt, bis ein Gericht deren Unrechtmäßigkeit anhand der Kleingartenanlage Pütterweg feststellte. Verzögerungen im Planungsablauf hat die Stadt also selbst zu verschulden. Die Bürgerschaft kann frühestens im nächsten Jahr einen Bebauungsbeschluss fassen. Ohne diesen darf weder geräumt noch gebaut werden. Zeit, um diese geplante Umweltzerstörung aufzuhalten", macht der Nabu klar. Er fordert, dass entsiegelt und neue Bäume gepflanzt werden, statt immer mehr Grünflächen zu versiegeln. Außerdem müssen stark nachhaltige Wohn- und Wirtschaftskonzepte für alle Stadtteile gefördert werden, anstatt die Innenstadt mit Neubauten weiter zu gentrifizieren.

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