Projekt : RSAG hofft weiter auf E-Bus Fördermittel

Zweimal sind Anträge auf finanzielle Unterstützung in diesem Jahr gescheitert - doch die RSAG hält am E-Bus fest.

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10. Dezember 2018, 05:00 Uhr

Warnemünde | Für das kommende Betriebsjahr hat Jan Bleis einen großen Wunsch: Der technische Vorstand der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) hofft, dass sich 2019 neue Fördermöglichkeiten ergeben, um das für Warnemünde geplante Elektrobus-Projekt realisieren zu können. "Wir sind in diesem Jahr mit zwei Versuchen gescheitert. Aber auch wenn es nur mit Fördermitteln geht - aufgegeben haben wir dieses Vorhaben definitiv nicht", sagt Bleis. Und das nicht nur, weil das Nahverkehrsunternehmen selbst grüne Ziele hat und bis 2030 die Hälfte der Bus-Flotte von Diesel auf Elektro umrüsten will, sondern auch, weil es dafür einen Beschluss der Bürgerschaft gibt. Die entsprechenden Pläne liegen bereits fertig in der Schublade. "Es geht um zwei Busse der Linie 37", sagt Bleis. Warnemünde sei das ideale Einsatzgebiet, weil die Busse mit einer Stromladung bis zu 200 Kilometer schaffen und dies den dortigen Strecken entsprechen würde.

Voraussetzung für den elektronischen Nahverkehr im Seebad war aber, dass dies nicht zu höheren Ticketpreisen führt, sondern 50 Prozent der Mehrkosten eines E- gegenüber des Diesel-Busses durch Fördermittel gedeckt werden. "Und dafür brauchen wir einen längeren Atem, aber wir checken alle möglichen Programme", sagt Bleis.

Besonders frustrierend sei, dass die RSAG bei einem Sonderprogramm des Bundes nicht beachtet wurde, weil Rostocks Luftwerte knapp unter der entscheidenden Grenze lagen - also ein bisschen zu gut waren, um für E-Mobilitäts-Fördermittel in Frage zu kommen, so Bleis. Der RSAG-Chef würde sich außerdem wünschen, dass die Elektro-Offensive der Hansestadt auch im Land Beachtung finden würde. "Im Energieministerium hat das bis heute keine Priorität", sagt er. Dabei sollte das Land dringend handeln. "Eine einmalige Anschubfinanzierung sollte schon drin sein", so Bleis. "Damit wir im Land auf das Thema vorbereitet sind und Erfahrungen haben. Und das nicht erst, wenn die EU vielleicht eines Tages mit einer entsprechenden Verordnung kommt." Ein weiterer Vorteil für Elektromobilität an der Küste: "Sie wäre eine vernünftige Verwendung der Windenergie."

Sollten sich im kommenden Jahr neue Fördermöglichkeiten ergeben und die Rostocker mit ihrem Antrag Erfolg haben, würde es dennoch mindestens bis 2020 dauern, bis E-Busse durch das Seebad fahren. "Durch die aktuellen Fördermittel gibt es einen regelrechten Bestell-Boom und die Hersteller sind ausgelastet", weiß der Vorstand. Auch die notwendige europaweite Ausschreibung würde zusätzliche Zeit beanspruchen.

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