Elf Fragen an : Prof. Silke Pfeiffer: „Das Heimweh wurde so groß“

In ihrem Büro an der FHM ist Prof. Sabine Pfeiffer oft anzutreffen.
In ihrem Büro an der FHM ist Prof. Sabine Pfeiffer oft anzutreffen.

Hier aufgewachsen, studiert und promoviert: Prof. Silke Pfeiffer ist nun seit 2012 Professorin an der FHM.

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08. April 2019, 10:45 Uhr

Rostock | Wer an der Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) irgendetwas mit Pädagogik studiert, wird irgendwann von ihr unterrichtet: Prof. Silke Pfeiffer ist dort Professorin und zuständig für die wissenschaftliche Leitung der Standorte Rostock und Schwerin. Mit 56-Jährigen sprach Volontärin Katharina Golze.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

Silke Pfeiffer: Im Frühling und Sommer bin ich am liebsten in unserem Garten in Rostock-Brinckmansdorf und zu allen Jahreszeiten an der Ostsee in Warnemünde oder Graal-Müritz.

Wenn Sie morgen Bürgermeisterin wären, was würden Sie in Ihrem Wohnort als Erstes ändern?

Die katastrophale Verkehrssituation. Oft benötigt man bis zu eine Stunde, um am Morgen von einem Stadtteil zum nächsten zu kommen.

Wo kann man Sie am ehesten treffen?

An meinem Arbeitsplatz an der Fachhochschule des Mittelstandes im Herzen Rostocks in der Kröpeliner Straße.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Mein erstes Geld habe ich neben dem Studium mit Kellnern im Barockkaffee hier in Rostock verdient. Das war ein kleines hübsches Kaffee neben dem Barocksaal, in dem man zu DDR-Zeiten Eisbecher mit Bananen und anderen exotischen Früchten bekam. Das war neben dem kleinen Verdienst ein echtes Motiv.

Wofür haben Sie es ausgegeben?

Für den einen oder anderen Abend im Studentenkeller. Den gab es auch schon vor 40 Jahren.

Was würden Sie gerne können?

In meiner Freizeit spiele ich Klavier. Das würde ich gern viel besser können, zumal ich eine wunderbare Klavierlehrerin habe, aber leider fehlt mir die Zeit.

Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Über unser Enkelkind. Er ist zweieinhalb Jahre alt und ein lustiges Kerlchen. Neulich ist er mit seinem Laufrad vorweg geflitzt und der Opa hinterher. Das war ein sehr lustiges Bild.

Wer ist Ihr persönlicher Held und warum?

Meine persönlichen Helden sind viele Pädagogen, die gegen den Strom geschwommen sind, Klassiker wie Friedrich Fröbel oder Celestin Freinet, aber auch einige meiner eigenen Lehrerinnen, die mir ein Vorbild sind, wie meine damalige Chemielehrerin Frau Goetsch oder mein Doktorvater Prof. Jochim Schmidt. Helden sind für mich auch manche meiner Studierenden, die neben Beruf und Familie noch ein Hochschulstudium absolvieren. Hut ab!

Rostock bedeutet für Sie?

Ich liebe Rostock und könnte mir nicht vorstellen woanders zu leben. Ich habe fünf Jahre an der Universität in Oldenburg gearbeitet. Das Heimweh wurde so groß, dass ich wieder nach Hause musste.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerungen?

99 Luftballons von Nena. Dabei habe ich meinen Mann vor 37 Jahren im Studentenclub, damals noch Mensa Rostock, kennen gelernt. Man musste stundenlang anstehen, um da reinzukommen. Da stand er so an der Bar und bei diesem Lied habe ich ihn auf die Tanzfläche gezogen.

Wem sollten wir die Fragen ebenfalls stellen und warum?

Vielleicht Menschen unterschiedlichen Alters. Es wäre doch interessant herauszufinden, ob es generationsübergreifende Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt.

Zur Person

Prof. Silke Pfeiffer ist Rostockerin durch und durch. Hier wurde sie 1962 geboren, ging zur Schule und studierte Grundschulpädagogik, Germanistik und Philosophie. Hier promovierte sie auch 1998 . Ihr Thema: „Philosophieren mit Kindern“. An die 20 Jahre arbeitete sie als Lehrerin in Rostock, sowohl an Grund- als auch an Sekundarschulen. Für die Habilitation ging sie 2003 nach Oldenburg, kehrte aber nach fünf Jahren zurück. Hier wird sie Gründungsleiterin des Pädagogischen Kollegs. Seit Juni 2012 ist sie nun Professorin für Pädagogik an der FHM Rostock, und verantwortet die wissenschaftliche Leitung der Standorte Schwerin und Rostock. Mit ihrem Mann, ihren zwei Kindern und zwei Enkeln lebt sie in der Hansestadt.

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