Hohe Düne : Christa Wöhlert-Mohr verwandelt Strandgut in Kunst

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Die kreative Christa Wöhlert-Mohr hat Fräulein Birke erschaffen, mit Haaren und einem Tuch aus Birkenrinde. Das Gesicht hat sie aus Porenbeton geschnitzt. Das dazu passende Bild wurde mit Torf gemalt.
Die kreative Christa Wöhlert-Mohr hat Fräulein Birke erschaffen, mit Haaren und einem Tuch aus Birkenrinde. Das Gesicht hat sie aus Porenbeton geschnitzt. Das dazu passende Bild wurde mit Torf gemalt.

Aus Strandmüll und Treibholz schafft die 74-Jährige Unikate. Zu Pfingsten öffnet sie erstmals ihr Haus und zeigt Werke.

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01. Juni 2019, 16:00 Uhr

Hohe Düne | Kokett blickt Fräulein Birke mit ihren himmelblauen Augen in die Welt. So als wolle sie den Betrachter betören. Ihre Haare bestehen aus Birkenrinde, ihr Tuch ebenfalls. Diese besondere Gestalt ist eines der vielen Geschöpfe und Zauberwesen von Christa Wöhlert-Mohr aus Hohe Düne.

Sie malt auch mit Torf und Sand

Ihr Haus und Garten gleichen hier und da einem Kunstmuseum. Alle Werke stammen von ihr selbst und sind Unikate wie Fräulein Birke. Deren Gesicht hat ihre Schöpferin aus Porenbeton geschnitzt und ihr mit Pinsel und Farbe Leben und Ausdruck verliehen. Für ein farblich passendes Bild hat sie mit Torf und Sand gearbeitet. Die kreative Frau hat einen Sinn für außergewöhnliche Materialien und ist in dem Punkt sehr experimentierfreudig. Sie sprüht vor Ideen, was sie als nächstes ausprobieren kann.

Fundstücke werden zu Kunstwerken

Die junggebliebene 74-Jährige stammt aus dem Oderbruch, hat immer eine Liebe zum Meer empfunden und lebt seit 2004 ein paar Hundert Meter vom Strand in Hohe Düne entfernt. Fast täglich zieht es sie zum Wasser. Denn neben der Freude über die Nähe zur Ostsee pflegt sie ein besonderes Hobby: Aus Fundstücken vom Strand gestaltet sie Kunstwerke oder lässt sich dazu inspirieren. "Ich finde immer etwas", sagt sie. Auch kleine Stücke Bernstein fallen ihr häufiger in die Hände. "Ich rieche Bernstein geradezu", offenbart sie. Leute, die die Frau mit dem Kunstsinn getroffen haben, scherzen oft: "Ich kenne sie eigentlich nur gebückt."

Große Ausbeute nach Stürmen

Gerade nach Stürmen ist die Ausbeute oft groß. Dann buckelt sie ihre Schätze in Rucksäcken oder manchmal auch in einem kleinen Handwagen nach Hause. Da wird aus einem alten Pfeifenkopf ein Pfeifenmann, ein knorriges Stück Holz verwandelt sich in einen Bücherwurm.

Wöhlert-Mohr verfügt über die Fähigkeit, sich anfangs vermeintlich unscheinbare Dinge schon verwandelt vorzustellen. Wie bei einem Brett mit Rinde an der Seite, das so wirkt, als schwimme ein Krokodil im Wasser. Das Auge des Reptils ist allerdings erst auf den zweiten Blick zu erkennen, so pfiffig hat sie es platziert.

Früher als Gestaltungstherapeutin gearbeitet

Den Kunstsinn hat sie jahrzehntelang als Gestaltungstherapeutin in der Psychiatrie ausgelebt. Darüber hinaus ist sie auch Keramikerin. Manchmal besuchte sie die klinikeigene Tischlerei. "Ich liebe Holz, den Geruch davon und seine Strukturen", sagt die Hobbykünstlerin. Viele Details ihrer Werke sind erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Bei ihr gehören Bilder und Skulpturen oft zusammen.

Ein Schuh im Riesenformat

Hat Christa Wöhlert-Mohr ein besonderes Stück Holz gefunden oder etwas anderes im Strandsand ergattert, erfüllt sie das mit Freude und fordert ihre Kreativität heraus. Den eigenen Garten zieren viele ihrer Stücke. Selbst einen abgestorbenen Baum fällt sie nicht, sondern macht ihn zum Kunstwerk, indem sie ihn anstreicht und mit Details versieht. Ein großes Holzstück hat sie einmal vor dem Lagerfeuer gerettet. Bei genaueren Hinsehen ähnelte es einem riesigen Schuh. Die Idee verfolgte sie, sie versah das Stück noch mit Schnürsenkeln und gab ihm einen schönen Platz.

Zu Pfingsten öffnet sie ihr Haus

Viele Freunde und Bekannte, die diese besonderen Unikate von ihr kennen, haben sie zum Ausstellen ermuntert. Jetzt will Christa Wöhlert-Mohr das erstmals auch tun. Sie beteiligt sich an Kunst Offen und öffnet vom 8. bis 10. Juni jeweils von 10 bis 18 Uhr täglich ihr Haus im Neptunweg 13. Der Eintritt ist frei.

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