Nächstes Ziel Diamant-Class : Erfolgskurs bei den MV Werften Warnemünde

353 Tonnen wiegt die 50. Großsektion für die Global I, die hier an ihren Bestimmungsort gekrant wird. Foto: Georg Scharnweber
353 Tonnen wiegt die 50. Großsektion für die Global I, die hier an ihren Bestimmungsort gekrant wird. Foto: Georg Scharnweber

Seit drei Jahren haben Genting Hong Kong Limited die MV Werften auf Erfolgskurs geführt, auch in Warnemünde.

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01. März 2019, 16:35 Uhr

Warnemünde | Imposante 353 Tonnen Stahl hingen am 1. März beim Bewegen der 50. Sektion der "Global I" am Haken. Fertigungsleiter Holger Karl ist stolz, was geschafft wurde. Das große Bauteil komplettiert das Deck II der "Global I", dem weltgrößten Schiff, das derzeit am Warnemünder Standort der MV Werften gebaut wurde. Und auch ansonsten geht es seit der Übernahme der Werften in Warnemünde, Wismar und Stralsund durch die Genting Hong Kong Limited nur bergauf.

Wir haben uns bewusst für den Namen MV Werften entschieden, MV steht als regionales Bekenntnis und Werften ist als deutsches Wort auch ein Zeichen für Qualität. Geschäftsführer Carsten J. Haake

„Die Übernahme der Werften ist Teil der Strategie unseres Gesellschafters, der seine Schiffe nun nur auf seinen eigenen Werften bauen lassen will“, so Geschäftsführer Cartsen J. Haake.

Schiffe der Superlative in MV gebaut

In diesen vergangenen drei Jahren wurden durch die MV Werften unter anderem der Bau und die Ablieferung von vier exklusiven Flusskreuzfahrtschiffen realisiert. Auf Kiel gelegt, wurde mit der "Global I" das weltgrößte Kreuzfahrtschiff und mit dem Expeditionskreuzfahrtschiff der Endeavor Class ebenfalls das größte Schiff der Eisklasse. Die Übergabe ist für 2020 vorgesehen. Das Schiff wird am Standort Stralsund gebaut.

Produktion von Schiffskabinen und neue Schiffshalle

Außerdem erfolgte der Start der Kabinenproduktion der MV Fertigmodule GmbH, es wurde eine neue Schiffbauhalle errichtet und eine neue innovative Laser-Hybrid-Paneellinie in Betrieb genommen. Sie ist für Geschäftsführer Peter Fetten auch die innovative Entwicklung, um den Preisen vom asiatischen Markt Paroli zu bieten. „Mit dieser hochmodernen Linie brauchen wir pro Sektion weniger Stunden, damit bleiben wir konkurrenzfähiger. Das ermöglicht, die Schiffe bei hoher Qualität so günstig wie möglich zu bauen“, so Fetten. Teil der Strategie ist, sich mit Lieferanten auf Augenhöhe und partnerschaftlich zu begegnen. „Und sie tragen auch das Baurisiko mit“, ergänzt Fetten. Aber bisher wurde alles immer in einer sehr guten Qualität, mit den ausgehandelten Preisen und im vorgeschriebenen Zeitrahmen geliefert.

Genting Gruppe investiert in die Standorte

Auch Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) ist des Lobes voll: „MV Werften setzen von Anfang an den eingeschlagenen Weg kontinuierlich fort, um die ehrgeizigen Ziele umzusetzen“, sagt er. „Die Genting Gruppe erweist sich als verlässlicher Partner. Hierzu zählen vor allem auch die Arbeitsplätze“, sagt er. Die Zahl ist bereits an allen drei Standorten von 1400 auf 2900 gestiegen. Perspektivisch soll sie noch auf über 3000 ansteigen.

Werften bieten Jobs - auch für Frauen

Die MV Werften bilden auch aus, neu ist der Beruf Technischer Produktdesigner in der Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion, außerdem werden hier erstmals auch Industriekaufleute ausgebildet. „Wir haben auch zu wenig Frauen in der Belegschaft“, sagt Personalleiter Björn Cleven. Der Fokus bei der Suche wird auch auf IT-Experten gelegt.

Laut Minister Glawe wird am 28. März auf Landesebene die Bürgschaft MVs thematisiert. Alternativtermin dafür ist der 4. April. Der Bund positioniert sich im April, es geht dabei um Summen von jeweils 375 Millionen Euro.

Das nächste Ziel verrät Peter Fetten: „Wir nehmen Kurs auf die Diamant Class“, offenbart er. „Da gibt es noch keinen Bauauftrag, aber da die geplanten drei Schiffe im Auftrag der Genting Gruppe gebaut werden sollen, wird das in den eigenen Werften realisiert.

Trotz allem Erfolg gibt es auch einen Wermutstropfen: Es müssen täglich bis zu 350 Großtransporte in Richtung MV Werft Warnemünde erfolgen. Das ist mit Lärm verbunden und bisher ist noch keine optimale Lösung gefunden.

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