Leichtathletik in Rostock : Nach 17 Jahren Bauarbeiten ist die Laufhalle fertig

Sie weihten die neue Laufhalle ein: Oberbürgermeister Roland Methling, sowie Sigrid Hecht und Mario Reinsberg vom KOE.
Sie weihten die neue Laufhalle ein: Oberbürgermeister Roland Methling, sowie Sigrid Hecht und Mario Reinsberg vom KOE.

Die Sanierung und Erweiterung der Rostocker Laufhalle ist fertig. Sie ist nun eine der größten überdachten Sportstätten.

svz.de von
25. April 2019, 07:50 Uhr

Rostock | Ein Handzeichen, und Wencke Griephan läuft los. 60-Meter-Sprint in der neuen Laufhalle. Hier trainiert die Hürdenläuferin, die erst vor kurzem deutsche Vizemeisterin der U20 wurde. "Es ist echt schön, wenn man wieder durchlaufen kann", sagt Wenke Griephan. Auch könne sie sich ohne den Baulärm besser konzentrieren. Die Bauarbeiten in der Laufhalle sind nun - nach 17 Jahren - abgeschlossen. Aufatmen für die Leichtathleten vom 1. LAV und vom TC Fiko.

Seit 2002 wird gebaut

Seit 2002 liefen die Bauarbeiten. Im ersten Bauabschnitt wurde die Gebäudehülle der Halle saniert, 2004 und 2005 folgten im zweiten Bauabschnitt die Innensanierung, inklusive der Umkleiden und Sanitäranlagen. 2006 begann der dritte Bauabschnitt, der nochmals fünfgeteilt wurde. Unter anderem wurde der Rundlaufkurs überdacht, der Innenraum erschlossen und eine Weitsprunganlage errichtet.

Technischer Leiter der KOE Andreas Rieck zeigt, wie die Laufhalle 2002 unüberdacht aussah. Die Laufbahn war im Freien, sagt auch Sprecherin Josefine Rosse.
Katharina Golze
Technischer Leiter der KOE Andreas Rieck zeigt, wie die Laufhalle 2002 unüberdacht aussah. Die Laufbahn war im Freien, sagt auch Sprecherin Josefine Rosse.

Der fünfte und letzte Bauabschnitt war der größte, sagt der Technische Leiter Andreas Rieck. "Die gesamte Haustechnik wurde gewechselt." Neue Heizanlage, Brandschutz, Sprinkleranlage, neue Dämmung. Umgesetzt hat Erweiterung und Sanierung der Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE).

Sanierung durch Förderung erst möglich

"Das ist 90 Prozent Förderung gewesen", erklärt KOE-Leiterin Sigrid Hecht den letzten Bauabschnitt. Nur mit den Fördermitteln aus dem Kommunalinvestitionsförderungsprogramm wurde die energetische Sanierung möglich. Rund 4,5 Millionen Euro kostete der letzte Teilbauabschnitt. "Wir haben so viele Millionen verbaut, weil wir aus einem offenen Gebäude ein geschlossenes gemacht haben", sagt Hecht.


Sie zeigen die neue Kugelstoß-Anlage: Ralf Skopnik und Mandy Frank vom 1. LAV.
Katharina Golze
Sie zeigen die neue Kugelstoß-Anlage: Ralf Skopnik und Mandy Frank vom 1. LAV.

Dort, wo einst Rasen war, sind nun ein Kraftraum und eine Trainingsanlage für Kugelstoßen und Sperrwerfen entstanden. "Hier wird die Technik trainiert, die Weiten macht man draußen", erklärt KOE-Projektleiter Mario Reinsberg. Mit der Überdachung des zweiten Innenhofs entstanden 1.100 Quadratmeter neue Sportfläche.

Zudem sei die Laufhalle zu einer der größten Komplexhallen Deutschlands geworden und biete sich für größere Wettkämpfe an, resümiert Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Einen Vorgeschmack gab die Deutsche Jugendmeisterschaft 2018. In der sanierten Halle finden nun 2.000 Sportler und Besucher Platz.

Gebaut bei laufendem Betrieb

Viel Verständnis und Geduld brauchten sie, berichtet Ralf Skopnik, Vorstand des 1. Leichtathletikvereins Rostock. Denn gebaut wurde bei laufendem Betrieb. Umso begeisterter ist Dreispringerin Mara Häusler vom Ergebnis: "Jeder von uns hat nun alle Möglichkeiten, in der Halle zu trainieren." Und meint Springer, Sprinter und Werfer. Sie selbst wird als Teil des Bundeskaders im neuen Kraftraum trainieren.

Ralf Skopnik bedankt sich bei Bärbel Meyer vom Amt für Schule und Sport.
Katharina Golze
Ralf Skopnik bedankt sich bei Bärbel Meyer vom Amt für Schule und Sport.

Ganz abgeschlossen sind die Baumaßnahmen aber noch nicht. Derzeit entstehen 61 weitere Parkplätze vor der Halle. Die Ausstattung für den Kraftraum, die Kugelstoß-Anlage und die Umkleiden fehlen noch, sollen aber zum Saisonstart im Oktober 2019 da sein, bestätigt das Sportamt.

Große Pläne für die Leichtathletik

Die 120 Meter lange Wand an der Halle soll zudem verziert werden. Aus ganz Deutschland haben sich Graffiti-Künstler beworben, vor Ort ließen sie sich bereits inspirieren. Im Juni entscheidet eine Jury sich für einen Entwurf und im September soll gesprayt werden. "Dann wird aus der weißen Wand ein echter Blickfang", freut sich Sportsenator Steffen Bockhahn (Linke). Das Thema: Freundschaftsspiele. Bockhahn plant zudem eine weitere Trainingsfläche für Werfer auf dem Außengelände der Schwimmhalle. Dazu liefen bereits die Planungen.

Sie haben große Pläne für die Laufhalle: Roland Methling (l.) und Steffen Bockhahn.
Katharina Golze
Sie haben große Pläne für die Laufhalle: Roland Methling (l.) und Steffen Bockhahn.

Auch Roland Methling hat große Ambitionen: Er träumt von einem Marita-Koch-Gedenklauf. "Zwei der drei ältesten Weltrekorde der Welt haben mit Rostock zu tun", sagt er. Sein Traum wäre es, die Weltrekord-Disziplinen 400 Meter Frauen, 800 Meter Frauen und Diskus Männer in einem Wettbewerb wieder nach Rostock zu bringen. Konkrete Pläne hat bereits Ralf Skopnik. Er plant 2020 ein Treffen von deutschen Spitzensportlern in der Hansestadt.

Zahlen rundum die Laufhalle

  • 45 Jahre: So alt ist die Laufhalle. Entstanden ist sie während der Weltrekord-Serie in der DDR. Rostockerin Marita Koch mit dem Weltrekord über 400 Meter gab Anlass. Damals war die Laufhalle eine der größten Europas, so Methling. Der Komplex mit Schwimmhalle, Eishalle, Ostseestadition und Leichtathletik-Stadion ist einzigartig.
  • Vier Monate Verspätung: Für Baufirmen musste mehrfach ausgeschrieben werden, daher verzögerte sich der Baubeginn und Fertigstellung des letzten Abschnitts.
  • 2.000 Besucher passen nun in die Sportstätte. Bei 1.900 löst der Personenzähler einen Alarm aus. Auch Zuschauertribünen können aufgebaut werden.
  • Acht Disziplinen können in der Laufhalle nun trainiert werden: Kugelstoß, Speerwurf, Sprint, Langstrecke, Hochsprung, Weitsprung, Kraft, Wassersport/ Sprung.
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