Rostock : Neptun-Werft verlegt Zentrallager und sucht Mitarbeiter

Künftig werden die Produktionshallen der Neptun-Werft in Warnemünde vom neuen Zentrallager im Rostocker Ortsteil Schmarl mit Material versorgt. Foto: Neptun-Werft/Nordlicht
Künftig werden die Produktionshallen der Neptun-Werft in Warnemünde vom neuen Zentrallager im Rostocker Ortsteil Schmarl mit Material versorgt. Foto: Neptun-Werft/Nordlicht

Unternehmen strukturiert Logistik um und mietet dafür Hallen am Schmarler Damm an. 100 neue Beschäftigte gesucht.

svz.de von
07. Dezember 2018, 09:57 Uhr

Rostock | Die Neptun-Werft hat begonnen, ihr Zentrallager vom Firmengelände in Warnemünde nach Rostock-Schmarl zu verlegen. Im Gewerbegebiet am Schmarler Damm hat der Schiffbaubetrieb einen Lagerkomplex langfristig angemietet, der mit 2000 Quadratmetern mehr als doppelt so viel Fläche bietet als die bisherigen Hallen. „Der Ausbau der Produktion in den kommenden Jahren erfordert es, die Lager- und Logistikprozesse den steigenden Anforderungen anzupassen und effizienter zu gestalten“, sagt Geschäftsführer Manfred Ossevorth. Für die geplante Fertigung von bis zu vier hochkomplexen Maschinenraum-Modulen (Feru) für Kreuzfahrtschiffe pro Jahr und den weiteren Bau von Flusskreuzfahrtschiffen müssten unzählige Bauteile und Baugruppen von Zulieferern termingerecht und kurzfristig abrufbar zwischengelagert werden.

Belastung für Anwohner sinkt

„Eine optimal funktionierende Zulieferlogistik ist entscheidend für eine hocheffiziente Produktion“, sagt Ossevorth. Die externe Lagerhaltung ermögliche es seiner Werft, ihre Materialtransporte besser zu koordinieren. Davon sollen auch die Anwohner profitieren: Lkw der Zulieferer müssen nun nicht mehr den langen Weg durch die Wohngebiete bis zur Werft nehmen, sondern nur noch die Strecke zum neuen Lager zurücklegen. Damit beschränken sich die Lieferverkehre von Schmarl auf den aktuellen Materialbedarf in der Fertigung. Der Umzug des Lagers erfolgt bei laufender Produktion und soll im Februar abgeschlossen sein. Mit dem neuen Standort sollen sich auch die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im Bereich Transport und Logistik verbessern: Geplant sind auch moderne Büros, ein Sozialtrakt und leistungsfähige IT-Technik.

Jobs für Projekt- und Bauleiter

Das neue Zentrallager ist Teil einer strategischen Neuausrichtung der Neptun-Werft. Ziel sei es, die Fertigung der bis zu 140 Meter langen Maschinenraum-Module, die für den Kreuzschifffahrtsbau im Meyer-Werftenverbund bestimmt sind, auszuweiten und die führende Position beim Bau von Flusskreuzfahrtschiffen zu behaupten. Dafür will das Unternehmen im kommenden Jahr mehr als 100 zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Gesucht werden vor allem Projekt- und Bauleiter sowie Fertigungsmeister. Weitere Arbeitsplätze sollen in der Qualitätssicherung, Arbeitsvorbereitung und Fertigung sowie im Transport und in der Logistik entstehen. Zurzeit sind 570 Mitarbeiter und 50 Auszubildende auf der Neptun-Werft beschäftigt. Fast jeder der angehenden Facharbeiter werde nach der Lehre übernommen.

Kommentar von Torben Hinz: Der Fluch des Erfolgs

Jede Maßnahme, die dabei hilft, den Verkehr in den Wohngebieten wie Groß Klein und Schmarl zu reduzieren, ist gut. Gerade in Bezug auf die Werften „droht“ eine kräftige Lkw-, aber auch Pkw-Zunahme. Denn ihnen geht es so gut wie selten in der Vergangenheit – neben der Neptun-Werft trifft das vor allem auf die MV Werften zu. Folge sind nicht nur mehr Bauteile, die transportiert werden müssen, sondern auch mehr Mitarbeiter, die mit dem eigenen Auto zu ihrem Arbeitsplatz fahren werden. Nicht umsonst hatten zuletzt Mitglieder des Ortsbeirats Warnemünde ein Verkehrskonzept zu genau dieser Problematik gefordert. Denkbar wäre beispielsweise, das Nordkreuz am Eingang des Ostseebads weiter auszubauen, um den Lkw-Verkehr über diesen Knoten zu lenken.
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