Kunst im Hobby : Kartonmodellbauer schaffen Miniatur-Welten

Gerne zeigt Bernd Lietzow interessierten Besuchern sein detailliertes Pappmodell einer Saturn V-Rakete.
Gerne zeigt Bernd Lietzow interessierten Besuchern sein detailliertes Pappmodell einer Saturn V-Rakete.

Linienbusse parken auf Tischen, Schiffe, Flugzeuge und Raketen sind von ihrer besten Seite für Neugierige angeordnet.

svz.de von
17. März 2019, 14:28 Uhr

Rostock | Wer das Börgerhus im Gerüstbauerring betritt, erblickt sofort kleine Kunstwerke. Linienbusse parken auf dem Tisch, Schiffe, Flugzeuge und auch Raketen sind von ihrer besten Seite für neugierige Blicke angeordnet. Am Sonnabend haben sich zum achten Mal die Kartonmodellbauer der Region zu einer öffentlichen Ausstellung getroffen.

„Zwei Mal im Jahr findet sich eine Gruppe von Menschen zusammen, die über das gleiche Hobby fachsimpelt und sich austauscht“, sagt Warnemünder und Organisator Jürgen Wulff.

Gebaut werden die Kartonmodelle meist aus Vorlagen, welche schnell im Internet zu finden sind. Mit viel Geduld, festem Kleber und einem geschickten Händchen werden die Modelle dann zusammengesetzt. Dass sich aus einfachem Papier durchaus beeindruckende Ausstellungsstücke schaffen lassen, zeigen die aufgebauten Konstruktionen der Hobbybastler: Bekannte Figuren aus der Filmreihe „Star Wars“ oder detaillierte Schiffsbauten sind nur einige der beeindruckenden Blickfänger.

Der jüngste Aussteller an diesem Tag war der 16-jährige Steve Domschke aus Börgerende. Der Schüler hat sich voll und ganz den Omnibussen und Dampfloks verschrieben. Fast schon mit chirurgischer Präzision – mit Skalpell und Pinzette ausgestattet, trennte der Schüler die Einzelteile seines aktuellen Projektes aus dem Papierbogen. „Bei diesem Schritt muss man am vorsichtigsten sein. Ein wenig zu viel herausgeschnitten und man kann von vorne beginnen“, sagt Domschke. Vor allem auf Detailgenauigkeit legt der junge Konstrukteur viel Wert. Seine RSAG-Linienbusse stehen den großen Vorbildern in nichts nach: Von Werbeaufdrucken bis hin zur Farbgebung ist alles identisch. Dass die Liebe zum Detail mit Zeit verbunden ist, weiß Steve nur zu gut. „Für einen Bus brauche ich zwei bis drei Monate, für eine der Dampfloks habe ich ein Jahr gebraucht.“

Viele der Modellbauer setzen die ausgedruckten Bögen aber nicht einfach nur zusammen, sondern bilden sich gleichzeitig weiter. „Wenn man etwas nachbaut, will man wissen, wie es in der Realität funktioniert“, erklärt Jürgen Wulff. So geht es auch Bernd Lietzow, der mit Stolz seine Konstruktion einer Saturn V-Rakete präsentierte. „An diesem Modell arbeite ich seit 20 Jahren. Nicht kontinuierlich, aber mit der Zeit habe ich noch Dinge verfeinert.“

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